Sowohl die Verwendung des Begriffs Kompetenz als
auch sich darum drehende Wortneuschöpfungen erleben in den letzten
Jahren eine regelrechte Hochkonjunktur. Gesamtgesellschaftlich werden
immer häufiger neue Begriffe wie "Kompetenzteams" oder
"Kompetenzzentren" verwendet. Auch im Bildungssystem prägt die
"Kompetenzorientierung" die Auseinandersetzung mit der Gestaltung von
Lehr-Lernkontexten. Doch wie lässt sich der Kompetenzbegriff theoretisch
fassen und in Zeiten der Digitalisierung neu deuten?
Generell gilt, dass es keine einheitliche Definition des Begriffs
Kompetenz gibt. Das liegt vor allem daran, dass sich die
unterschiedlichen Verständnisse je nach Deutungskontext sehr
unterscheiden können. Bevor wir uns genauen Definitionen und
Differenzierungen des Kompetenzbegriffs nähern, ist es für das
Verständnis lohnenswert, sich kurz dem sprachlichen Ursprung dessen
bewusst zu werden.
In den letzten Jahren wurde ein besonderer Fokus der Bildungspolitik
darauf gelegt, medienpädagogische Kompetenzen bei Lehrkräften konkreter
zu definieren und verbindlich in der Lehrkräftebildung zu verankern.
Auch für Schüler:innen erfolgten entsprechende bildungspolitische
Anstrengungen. Aufgrund der Struktur des Bildungsförderalismus wurden
und werden entsprechende Konzepte bzw. Modelle auf unterschiedlichen
Ebenen entwickelt und implementiert. Bundesländer sowie die
Kultusministerkonferenz (KMK) haben eigene Kompetenzrahmen für den
Umgang mit Medien in Bildungskontexten entwickelt. Diese neuen
Perspektiven für die schulische Medienbildung zielen häufig auf
Kompetenzentwicklungen bei Schüler:innen ab, teils auch auf
Kompetenzentwicklungen bei Lehrkräften. Für letzteren Fall wird die
Hamburger LI Handreichung zu Medienkompetenz näher beleuchtet und für
ersteren Fall der Kompetenzrahmen der KMK-Strategie "Bildung in der
digitalen Welt".