Nachrichtennutzung von Jugendlichen: Was wissen wir?
Abschnittsübersicht
-
-
Wie die Medienlandschaft, hat sich auch der Nachrichtenkonsum in den vergangenen Jahren stark verändert. Die repräsentative #UseTheNews-Studie des Hans-Bredows-Institut hat deshalb 2021 die Nachrichtenkompetenz Jugendlicher und junger Erwachsener in der digitalen Medienwelt untersucht.
Die Leitfragen der Studie:
- Welche unterschiedlichen Muster der Nachrichtenkompetenz lassen sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beobachten?
- Welchen Unterschied macht es, wo und wie sich Menschen informieren?
Hauptaussage der Studie ist, dass es nicht den einen Mediennutzungstyp bei Jugendlichen gibt. Die Studie macht unter den Befragten vier Typen der Mediennutzung aus:
-
- Umfassend Informationsorientiert
- Journalistisch Informationsorientiert
- Nicht-Journalistisch Informationsorientiert
- Gering Informationsorientiert
Die vier Nachrichtentypen und ihre Eigenschaften von Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (CC BY) -
Diese Jugendlichen haben ein hohes Nachrichteninteresse, nutzen umfangreich journalistische Quellen, welche auch eine große Relevanz für ihr Meinungsbildungsverhalten haben. Nicht-journalistische Angebote haben eine geringe Relevanz für diesem Typ. Präferierte Themen sind Lokales & Regionales, Lustiges & Sonderbares sowie Umwelt & Natur, dabei nutzen sie verschiedenen Informationsquellen wie TV, Radio und Social Media (in dieser Reihenfolge). Allgemein sind Jugendliche dieses Typs politisch und gesellschaftlich gut informiert.Jugendliche dieses Typs haben ein geringes Nachrichteninteresse. Journalistische Quellen werden nicht genutzt und sind nicht relevant um sich zu informieren, gleiches gilt auch für nicht-journalistische Angebote. Wenn sie sich informieren, dann fast ausschließlich über Social Media: Influencer und Stars sind wichtige Akteure bei der Meinungsbildungsrelevanz. Jugendliche dieses Typs der Nachrichtenorientierung erwiesen sich in der Studie als politisch und gesellschaftlich nicht gut informiert.Jugendliche, welche zu diesem Typ zählen, haben ein hohes Nachrichteninteresse: Sie nutzen journalistische und nicht-journalistische Angebote ähnlich umfangreich. Ihre Hauptinformationsquellen sind Social Media, Radio und TV. Neben Freunden und Familie bilden sie sich ihre Meinung durch Themengruppen und Foren sowie journalistische Nachrichtenmedien. Allgemein sind Jugendliche dieses Typs politisch und gesellschaftlich gut informiert.Jugendliche dieses Typs zeigen ein mittleres Nachrichteninteresse. Dabei spielen journalistische Quellen so gut wie keine Rolle: Nutzung und Relevanz journalistischer Quellen ist niedrig, die Relevanz nicht-journalistischer Angebote dagegen hoch. Ihre Informationsquellen sind Social Media vor Aggregatoren und Podcasts.
(Ein News-Aggregator ist eine App, mit der Nachrichten-Feeds aus verschiedenen Quellen an einem Ort gebündelt werden. Zu potenziellen Quellen gehören beliebte Webseiten, Blogs, Podcasts sowie News-Feeds von Social-Media-Plattformen.)
Auch bei diesem Typ sind Familie und Freunde die wichtigsten Beteiligten der Meinungsbildungsrelevanz, dann folgen Influencer gefolgt von Themengruppen & Foren. Journalistischen Inhalten wird skeptischer begegnet als nicht-journalistischen. Jugendliche dieses Typs sind politisch und gesellschaftlich nicht gut informiert. -
Die Zuteilung zu einer Gruppe erfolgt aufgrund der Antworten zu insgesamt sieben Fragen
„Mit 46 Prozent widmet sich insgesamt knapp die Hälfte der befragten Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren mehrmals pro Woche journalistischen Angeboten, aber 58 Prozent schauen auch auf nicht-journalistische Akteure. Alle Jugendlichen, die in sozialen Medien Nachrichtenangebote abonniert haben, nutzen auch außerhalb dieser Plattformen regelmäßig journalistische Nachrichten. Oft fehlt bei journalistischen Nachrichten der Bezug zum eigenen Leben Die Hälfte der Jugendlichen hält es nicht für wichtig, sich über Neuigkeiten und aktuelle Ereignisse zu informieren.
Bei journalistischen Nachrichten fehlt ihnen oft der Bezug zu ihrem persönlichen Alltag. Der wichtigste Grund, sich auf dem Laufenden zu halten, ist es, an Gesprächen und Diskussionen im Freundes- und Familienkreis teilnehmen zu können. Junge Menschen integrieren sich auf diese Weise in ihrem sozialen Umfeld. Auffällig ist zudem, dass die Jugendlichen, die das Gefühl haben, politisch etwas bewirken zu können, deutlich mehr Interesse an Informationen über das aktuelle Geschehen äußern“ (Zitiert aus den Haupterkenntnissen der #UseTheNews-Studie).
Typen allgemeiner Nachrichtenorientierung nach Alter und Bildung (in Prozent) von Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (CC BY) Weitere Informationen über die Studie:
-