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5. Modell gelingender Interaktion

Abschlussbedingungen

Zur weiteren Verdeutlichung soll auf das Modell Gelingender Interaktion von Martin/Dress hingewiesen werden. Hiernach ist es notwendig, dass die Kooperation für beide Partner*innen attraktiv ist. Das jeweilige kooperative Unternehmen sollte dem jeweils anderem, das bieten, was dieses sich für die Kooperation wünscht. Damit ist die motivationale Grundlage gegeben. Einerseits sollte man dafür sorgen, für den anderen attraktiv zu sein. Gleichzeitig sollte das Gegenüber ebenfalls attraktiv sein. Attraktivität zeigt sich in der Antwort auf die Frage, was es einem bringt, mit dem anderen zu kooperieren (Martin / Drees 1999, S. 78).

Um eine Kooperation zu stabilisieren, benötigt man ein gemeinsames Ziel. Dieses setzt an der Attraktivität an. Beide Akteure können also einen Nutzen aus der Kooperation ziehen, der sich nur in gemeinsam erreichbaren Handlungsergebnissen zeigt. Dieses Ziel sollte für beide Kooperationspartner gleich wichtig sein. Dieser Gewinn, den die Kooperation für beide darstellt, sollte weit ausgelegt sein. Es geht auch darum durch die erreichbaren gemeinsamen Handlungsergebnisse eine jeweilige Weiterentwicklung zu ermöglichen. Das betrifft aber auch die kooperative Beziehung an sich. Beide benötigen dafür Visionsfähigkeiten. Damit wären bei der Frage, inwieweit es den Akteuren möglich ist, die Interessen des jeweils anderen zu berücksichtigen. Beharrt eine Person beispielsweise auf ihren Vorstellungen oder hat sie die Idee, ihr würde ein größerer Anteil am Kooperationsgewinn zustehen, ohne eine entsprechende Leistung zu zeigen, wird eine Kooperation mit dieser Person sehr schwer werden. Jede stabile Kooperation benötigt also von beiden Kooperierenden Visionsfähigkeit, also die Fähigkeit gemeinsame Interessen zu erkunden, um daraus Ziele abzuleiten, die von beiden auch nachdrücklich verfolgt werden wollen. Bei der Visionsfähigkeit handelt es sich um eine mehrdimensionale Handlungsdisposition. Das bedeutet, dass sie eine emotionale, motivationale, kognitive und verhaltensbezogene Komponente besitzen. In der nachfolgenden Abbildung sind die in dem Modell gelingender Interaktion genutzten Handlungsdimensionen dargestellt. Mit der Visionsfähigkeit wären beispielsweise Zuversicht und Leistungsmotivation verbunden (Martin / Drees 1999, S. 78 ff.).

Abbildung 2: Grundvoraussetzungen einer gelingenden Interaktion von Marion Howe (Quelle: Martin, A.; Drees, V., Vertrackte Beziehungen, 1999, Darmstadt, S. 79) (CC BY-SA)

 

Neben der Attraktivität und dem gemeinsamen Ziel ist auch der gemeinsame Weg für eine stabile Kooperation von Bedeutung. Dieser setzt daran an, wie wir das gemeinsame Ziel erreichen wollen. In welchem Umfang leistet der jeweilige Kooperierende welchen Beitrag? Es ist also notwendig, die Aufgaben zu erkennen, die für die Zielerreichung notwendig sind und diese so aufzuteilen, dass beide Kooperierenden damit zufrieden sind. Hier geht es also auch um ein Gerechtigkeitsempfinden, dass bei beiden vorliegen sollte. Die Kooperierenden stimmen ihr Verhalten ab, was sie in der Kooperation zur Zielerreichung zeigen wollen. Hierzu ist eine Koordinationsfähigkeit notwendig. Diese richtet sich auf die Gestaltung und Umsetzung der kooperativen Zusammenarbeit. Als Handlungsdisposition zeigt die Koordinationsfähigkeit beispielsweise Belastbarkeit, Gerechtigkeitssinn, Organisationstalent und Flexibilität als Voraussetzungen (Martin / Drees 1999, S. 79 ff.).

Neben der Attraktivität und dem gemeinsamen Ziel ist auch der gemeinsame Weg für eine stabile Kooperation von Bedeutung. Dieser setzt daran an, wie wir das gemeinsame Ziel erreichen wollen. In welchem Umfang leistet der jeweilige Kooperierende welchen Beitrag? Es ist also notwendig, die Aufgaben zu erkennen, die für die Zielerreichung notwendig sind und diese so aufzuteilen, dass beide Kooperierenden damit zufrieden sind. Hier geht es also auch um ein Gerechtigkeitsempfinden, dass bei beiden vorliegen sollte. Die Kooperierenden stimmen ihr Verhalten ab, was sie in der Kooperation zur Zielerreichung zeigen wollen. Hierzu ist eine Koordinationsfähigkeit notwendig. Diese richtet sich auf die Gestaltung und Umsetzung der kooperativen Zusammenarbeit. Als Handlungsdisposition zeigt die Koordinationsfähigkeit beispielsweise Belastbarkeit, Gerechtigkeitssinn, Organisationstalent und Flexibilität als Voraussetzungen (Martin / Drees 1999, S. 79 ff.).

Damit die Attraktivität, das gemeinsame Ziel und der gemeinsame Weg realisiert werden können, ist es notwendig, dass sich beide Kooperationspartner*innen verstehen. Die Fähigkeiten zur Kommunikation und Empathie sind für eine stabile Kooperation eine notwendige Voraussetzung. Damit eine verstehende Kommunikation gelingt, sollten die Kooperierenden die Notwendigkeit sehen, sich verständlich zu machen und gleichzeitig die Bereitschaft zeigen, verstehen zu wollen. Damit geht es einerseits um Kommunikationsfähigkeiten und andererseits um Empathie. Unter Empathie soll hier die Fähigkeit verstanden werden, sich so auf das Gegenüber einzustellen, dass die Ziele, Probleme und Konflikte des anderen verstanden werden, also nachvollziehbar sind. Um gemeinsame stabile Lösungswege zu finden, ist sie deshalb eine wesentliche Voraussetzung. Es muss den Kooperierenden möglich sein, einen Perspektivwechsel zu vollziehen, was durch Interesse und Anteilnahme an der anderen Person unterstützt wird (Martin / Drees 1999, S. 80ff.).

In der nachfolgenden Übersicht sind die einzelnen Handlungskompetenzen detailliert zusammengestellt:

Abbildung 3: Martin, Dress (1999) S. 78 ff.)

Jetzt sind Sie insgesamt gut vorbereitet, die Aufgaben zu der anstehenden möglichen Kooperation mit einem anderen Unternehmen zu bearbeiten.


B. Aufgaben zur Vorbereitung der Kooperation im Hinblick auf die Kooperationsbereitschaft

Um alles umzusetzen, was wir bisher erarbeitet haben, kommen wir jetzt zu der eigentlichen Kooperationsaufgabe. Zunächst erhalten Sie in dem beigefügten Dokument einen Überblick über die Kriterien, mit denen Sie ihr eigenes Unternehmen und mögliche kooperierende Unternehmen bewerten können.

a) Zunächst analysieren Sie die eigne wirtschaftliche Lage mit den Stärken und Schwächen ihres Unternehmens anhand der Kriterien. Arbeiten Sie aus Ihrer Perspektive heraus, was für Ihr Unternehmen dabei besonders wichtig ist. Was benötigen Sie von einem möglichen Kooperationspartner, um im Wettbewerb bestehen zu können? Nutzen Sie hierfür die zum Download zur Verfügung gestellten Daten für Ihr Unternehmen.

Downloads Unternehmen 1

Downloads Unternehmen 2

Downloads Unternehmen 3

Downloads Unternehmen 4

b) Sehen Sie sich anschließend die Unterlagen der drei möglichen kooperierenden Unternehmen an. Vergleichen Sie die Stärken und Schwächen der Unternehmen mit ihren eigenen, in Aufgabe a) herausgearbeiteten Vorstellungen. Dadurch sollten Sie das bevorzugte kooperierende Unternehmen auswählen. Um dieses zu ermöglichen, sollten Sie im alle Unternehmensunterlagen analysieren. Nutzen Sie hierfür die im Download zur Verfügung gestellten Informationen.

Downloads Unternehmen 1

Downloads Unternehmen 2

Downloads Unternehmen 3

Downloads Unternehmen 4

c) Damit haben Sie einen möglichen Kooperationspartner in Aussicht. Um die ersten Kooperationsgespräche vorzubereiten, gehen Sie wie folgt vor:

a. Überlegen Sie sich in Anlehnung an die Prinzipal-Agent Theorie wie sich in der geplanten Kooperation Hidden Characteristics, Hidden Intention, Hidden Action und Hidden Information des möglichen kooperierenden Unternehmens zeigen könnten. Wie können Sie diese Risiken durch jeweilige Vereinbarungen bzw. durch ein entsprechendes Vorgehen reduzieren und in Grenzen halten? Würden Sie Ihre Unternehmensexistenz gefährden, sollte es nicht gelingen, ein mögliches schädigendes Verhalten zu begrenzen? In diesem Fall sollten Sie von der Kooperation Abstand nehmen.

b. Die Herausforderungen an eine Kooperation liegen darin, dass unterschiedliche Zielvorstellungen, Interessenlagen, Arbeitsweisen und Strukturvorgaben berücksichtigt und in Einklang gebracht werden müssen – sowohl im Team selbst als auch mit dem oder den Kooperationspartnern. Beides hat das Potenzial für Konflikte, weshalb mit der Kooperation auch darüber nachgedacht werden sollte, welche Herausforderungen man berücksichtigen sollte, um im Konfliktfall vorbereitet zu sein.

Das bedeutet, dass jenseits aller wirtschaftlichen, rechtlichen oder strukturellen Aspekte der Erfolg oder Misserfolg von Kooperationen, in der zwischenmenschlichen Zusammenarbeit der Beteiligten liegt. Überlegungen zu Kooperationen müssen diesen Faktor prominent berücksichtigen und sowohl in die Vorbereitung als auch die Verhandlungen mit einbeziehen.

Mit welchen Erwartungen bzw. Verhalten wollen Sie in die Kooperation aus sozialpsychologischer Perspektive gehen? Beantworten Sie dazu die folgenden Fragen:

      • Was brauchen wir, was wir noch nicht haben?
      • Wollen wir eine Kooperation überhaupt? Wenn ja, warum oder warum auch nicht?
      • Unsere möglichen Stärken für eine Kooperation
      • Unsere möglichen Schwächen in einer Kooperation
      • Wie können wir Stärken für die Kooperation entwickeln und diese zeigen, um attraktiv zu sein?
      • Welche Form der Kooperation brauchen wir eigentlich und in welcher Intensität?
        • Wie intensiv wollen wir in der Kooperation arbeiten.
        • Was könnte unser Beitrag zur Kooperation sein.
        • Wieviel sind wir bereit zu geben
        • Welche Art des Engagements können wir leisten, Kontakte, Kommunikation, Empathie, Visionsfähigkeit, Koordinationsfähigkeit, Beziehungsarbeit, Konfliktkompetenz
        • Wo brauchen wir noch Unterstützung oder Hilfe von außen

c. Was erwarten Sie aus ökonomischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive von dem kooperierenden Unternehmen (Intensität der Kooperation)? Wie wollen Sie dieses herausfinden? Beantworten Sie die nachfolgenden Fragen:

      • Wie sollte der andere sein, damit wir gerne und erfolgreich mit ihm zusammenarbeiten
        • Möglichen Stärken des kooperierenden Unternehmens
        • Möglichen Schwächen des kooperierenden Unternehmens
        • Wie sollte das kooperierende Unternehmen seine Stärken für die Kooperation zeigen, um attraktiv für uns zu sein?
      • Welche Form der Kooperation brauchen wir eigentlich und in welcher Intensität?
        • Wie intensiv wollen wir in der Kooperation arbeiten?
        • Was könnte der Beitrag des kooperierenden Unternehmens zur Kooperation sein?
        • Wieviel soll das kooperierende Unternehmen bereit sein zu geben?
        • Welche Art des Engagements sollte das kooperierende Unternehmen leisten, Kontakte, Kommunikation, Empathie, Visionsfähigkeit, Koordinationsfähigkeit, Beziehungsarbeit, Konfliktkompetenz?

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Zuletzt geändert: Montag, 24. November 2025, 12:38