2. Einführung in die Kooperation aus ökonomischer Perspektive
Sie haben sich sicherlich schon mit den Grundlagen des Wirtschaftens auseinandergesetzt. Dabei geht es zunächst darum, das Unternehmen das Ziel der Gewinnmaximierung verfolgen und sich im Wettbewerb durchsetzen (Wöhe / Döring 2023, S. 33 ff.). Deshalb mag es im ersten Schritt befremdlich erscheinen, dass Unternehmen auch miteinander kooperieren. Dieses ist immer dann angebracht, wenn ein Unternehmen Unterstützung benötigt, um die Aufgaben zu erfüllen, die notwendig sind, um im Wettbewerb bestehen zu können. Nun kann kein Unternehmen selbst mit einem anderen Unternehmen kooperieren. Unternehmen sind abstrakte Gebilde. Versteht man ein Unternehmen hingegen als ein soziales System mit überdurchschnittlich spezifizierter Zielbestimmung und überdurchschnittlich spezifizierter Struktur wird klar, dass Menschen miteinander kooperieren. Die Menschen bilden in ihrer Zusammenarbeit und Kooperation zunächst ein soziales System. Wir bezeichnen dieses hier als Unternehmen. In diesem Unternehmen gibt es eine bestimmte Struktur, also beispielsweise unterschiedliche Hierarchieebenen. Die Menschen in diesem sozialen System sind dann also so miteinander verknüpft, dass bestimmte Menschen in diesem System mehr entscheiden dürfen als andere. Sie legen dann auch die Unternehmensziele fest, beispielsweise die Gewinnmaximierung (Endruweit 2004, S. 23).
Wir wollen im Folgenden das Thema der Kooperation weiter vertiefen. Dementsprechend haben wir aus ökonomischer Perspektive schon einmal wichtige Erkenntnisse gewonnen. Es sind Menschen, die bei einer unternehmensübergreifenden Kooperation miteinander kooperieren. Diese Menschen befinden sich jeweils eingebunden in ihren sozialen Systemen, nämlich den Unternehmen, für die sie tätig sind. Sie werden nur dann unternehmensübergreifend miteinander kooperieren, wenn es notwendig erscheint, um ihre jeweiligen spezifischen Unternehmensziele zu erreichen. Damit können wir die Unternehmenskooperation definieren als eine zwischenbetriebliche Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbständigen Unternehmen, die komplementäre Ressourcen in einem oder mehreren Betätigungsfeldern bündeln, um gemeinschaftlich Aufgaben zu erfüllen und Handlungen zu koordinieren, um durch die Zusammenarbeit die jeweiligen Unternehmensziele zu realisieren (Welge / Al-Lahm 2012, S. 669). Dieses ist ein komplexer Vorgang. Deshalb scheint es klar, dass dabei nicht alles reibungslos verläuft und auch vieles schief gehen kann.
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