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1. Auftakt

Abschlussbedingungen

Häufig können wir eine Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbständigen Unternehmen beobachten. So benötigen Unternehmen für ihre Produktion Lieferanten oder Geldgeber. Die Form dieser Zusammenarbeit kann in ihrer Intensität und ihrer zeitlichen Dauer variieren. Wir sprechen in diesen Fällen von einer kooperativen Zusammenarbeit (Weehrt 2025, S. 1). Ein Grund für eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Unternehmen kann u.a. darin liegen, dass diese Unternehmen sich in ihren jeweiligen Stärken ergänzen und so eine Überlebensstrategie im Markt realisieren können. Auf diese Form der Zusammenarbeit wollen wir uns im Folgenden konzentrieren.

Auch bei hohem Problemdruck der beteiligten Unternehmen kann es sein, dass eine kooperative Zusammenarbeit scheitert. Obwohl beide Unternehmen eine Kooperation sehr wünschen, schaffen sie es nicht, diese umzusetzen. Hier setzt das Konzept der Kooperationskompetenz an. Kooperationskompetenz hilft, kooperative Beziehungen erfolgreich zu gestalten. Wichtig ist hierfür, dass die Kooperationspartner mögliche Probleme einer kooperativen Zusammenarbeit frühzeitig erkennen und gemeinsam mit dem Kooperationspartner hierfür Lösungen finden (Rathje 2008, S. 12).

Mit diesem Lernprogramm soll es ermöglicht werden, wesentliche Bestandteile der Kooperationskompetenz zu verstehen und die Kooperationskompetenz der Lernenden zu stärken und weiterzuentwickeln. Dabei konzentriert sich dieses Modul auf drei Schwerpunkte. Diese sind Kooperation aus ökonomischer Perspektive (Kapitel 2 und 3), Kooperation aus Sozialwissenschaftlicher Perspektive (Kapitel 4 und 5) und die kooperative Vertragsverhandlung (Kapitel 6 bis 9).

Zunächst ist es wesentlich die Kooperationsbereitschaft zu analysieren. Weshalb sollte ein Unternehmen in Erwägung ziehen, mit einem anderen Unternehmen zu kooperieren? Hierfür sind besonders ökonomische Gründe wesentlich, weshalb wir die Kooperation aus ökonomischer Perspektive betrachten. Die Prinzipal-Agent-Theorie bietet eine Möglichkeit für eine Grundlage der Analyse. Der Grund für Unternehmen miteinander zu kooperieren wird vordergründig zunächst in der wirtschaftlichen Notwendigkeit bestehen. Entsprechend wird also ein Unternehmen für die geplante kooperative Zusammenarbeit gewählt, das aus wirtschaftlicher Perspektive eine Lösung für die eigenen Probleme verspricht. Gleichzeitig werden aber auch mögliche Probleme betrachtet, die aus der kooperativen Zusammenarbeit entstehen können. Sollten für diese Probleme keine Lösungen gefunden werden, wird die Zusammenarbeit und die Zielerreichung der Kooperation erschwert – im schlimmsten Fall sogar unmöglich gemacht. Die Lernenden werden durch einen Multiple-Choice-Test die Möglichkeit haben, zu überprüfen, ob der Inhalt dieser Kapitel verstanden wurde. Das Gelernte über die Kooperationsbereitschaft wird im nächsten Abschnitt benötigt, um die eigene Kooperationsbereitschaft in unserem Beispiel der Kooperation zwischen Fahrradherstellern zu hinterfragen. Dadurch können Bedingungen für eine Kooperation formuliert werden.

Eine Kooperation kann nur gelingen, wenn neben der Kooperationsbereitschaft auch die Kooperationsfähigkeit besteht. In dem Schwerpunkt „Kooperation aus sozialpsychologischer Perspektive“ geht es darum auszuloten, welche „weichen Faktoren“ für die Zusammenarbeit wichtig sind. Nur wenn auch hier eine ähnliche Ausrichtung beider Kooperationspartner vorliegt, kann die Kooperation zu einem Erfolg kommen. Hierbei geht es beispielsweise um Ziele der Kooperation und den gemeinsamen Weg dorthin. Am Ende des Abschnitts wird das Gelernte durch das Fallbeispiel der Fahrradhersteller angewandt und überprüft.

Nachdem die Grundlagen für die Kooperationsbereitschaft und die Kooperationsfähigkeit gelegt wurden, geht es in dem letzten Schwerpunkt der „kooperativen Vertragsverhandlung“ darum, wie die Kooperation zwischen den Unternehmen ausgehandelt werden kann. Je nachdem wie Menschen miteinander verhandeln, können durch die Art des Umgehens miteinander Probleme entstehen, die eine künftige geplante kooperative Zusammenarbeit erschweren. Deshalb werden wir wichtige Bedingungen des Umgangs miteinander betrachten. Als Übung wird dann die Vorbereitung der Verhandlung mit dem möglichen Kooperationspartner gewählt. Alles bisher Erlernte soll hier mit eingebracht und umgesetzt werden. Die gewonnene Kooperationskompetenz zeigt sich abschließend in der Gestaltung und Umsetzung der Verhandlungsstrategie.


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Zuletzt geändert: Montag, 24. November 2025, 12:34