2.8 Exkurs: Virtuelle Teamarbeit
Virtuelle Teamarbeit gewinnt in unserer digitalisierten und global vernetzten Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung. Dabei arbeiten Teammitglieder häufig über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg zusammen und nutzen Informations- und Kommunikationstechnologien als primäres Mittel der Interaktion. Diese Art der Zusammenarbeit ist geprägt von der geografischen Distanz der Beteiligten, einer hohen elektronischen Abhängigkeit, dynamischen Strukturen, die sich durch wechselnde Teamzusammensetzungen und Rollen verändern können, sowie einer ausgeprägten Diversität – sei es kulturell, funktional oder individuell.
Zentral für den Erfolg virtueller Teams ist das kommunikative Klima, das den Austausch von Informationen, das Vertrauen untereinander und die Bereitschaft zur offenen Reflexion fördert. Ein positives, psychologisch sicheres Klima ermöglicht es den Teammitgliedern, Missverständnisse zu überwinden, gemeinsame Arbeitsweisen zu entwickeln und die vielfältigen Potenziale der digitalen Zusammenarbeit effektiv zu nutzen (vgl. Köppel 2007, S. 273).
In diesem Abschnitt möchten wir einen kurzen Überblick über die grundlegenden Merkmale und Herausforderungen der virtuellen Teamarbeit geben. Durch den gezielten Einsatz moderner Technologien und den Aufbau unterstützender Kommunikationsstrukturen können virtuelle Teams nicht nur flexibel auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren, sondern auch von den Vorteilen globaler Vernetzung und interdisziplinärer Kooperation profitieren.
Besonderheiten der virtuellen Teamarbeit
Virtuelle Teamarbeit wird durch eine Reihe unterschiedlicher Kriterien charakterisiert. Während sich die meisten Autoren vor allem auf die geografische Distanz sowie auf die elektronische, technologiegestützte Kommunikation verständigen – beides auch die am häufigsten von der Wissenschaft untersuchten Merkmale – weisen Gibson & Gibbs (2006) darauf hin, dass weitere Variablen berücksichtigt werden müssen, um die Herausforderungen der Virtualität vollständig zu erfassen. Konkret sind dies:
- Die geografische Distanz
- Die elektronische Abhängigkeit
- Die dynamische Struktur
- Die Diversität
- Das kommunikative Klima
Zusammenfassung
Virtuelle Teams zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder verschiedene Informations- und Kommunikationstechnologien einsetzen, geografisch verstreut sind, Diversität in unterschiedlichen Dimensionen aufweisen und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Der Grad der Virtualität kann als Kontinuum verstanden werden. Ein Team mit sehr hoher Virtualität arbeitet beispielsweise über unterschiedliche Zeitzonen hinweg, ist vollständig auf technologievermittelte Kommunikation angewiesen, trifft sich nie persönlich und weist ein hohes Maß an kultureller sowie fachlicher Diversität auf. Die unterschiedlichen Merkmale wirken sich jeweils spezifisch auf die Kommunikation, die Koordination, den Vertrauensaufbau und somit letztlich auf die Teamleistung und -zufriedenheit aus.
Diese umfassende Betrachtung der Kriterien unterstreicht, dass virtuelle Teamarbeit nicht nur von den bekannten Aspekten der geografischen Distanz und elektronischen Kommunikation geprägt ist, sondern auch von den dynamischen Strukturen, der Diversität der Teammitglieder sowie dem kommunikativen Klima – Faktoren, die gemeinsam die Herausforderungen und Chancen in virtuellen Arbeitsumfeldern bestimmen.
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