2.6 Teamentwicklung
Forschungen zur Teamentwicklung untersuchen, wie Gruppen über die Zeit hinweg entstehen, sich verändern und letztlich effektiv zusammenarbeiten können. Es ist davon auszugehen, dass Personen, die erstmalig miteinander eine gemeinsame Aufgabe im Team bewältigen, nur selten Höchstleistung im Team erbringen. Erfahrungsgemäß müssen Teams und damit auch alle Teammitglieder gewisse Entwicklungsphasen bewältigen, bis sie zur Höchstleistung fähig sind.
Es haben sich verschiedene theoretische Modelle und empirisch gestützte Interventionen etabliert, die zentrale Aspekte der Teamentwicklung beleuchten.
Ein zentraler theoretischer Ansatz ist das Stufenmodell der Teamentwicklung. Tuckman & Jensen (1977) haben in ihren Arbeiten dargestellt, dass Teams typischerweise mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen.
Im klassischen Modell werden folgende Phasen unterschieden:
Dieses Modell liefert einen hilfreichen Rahmen, um die dynamischen Prozesse innerhalb von Teams zu verstehen, wenngleich neuere Ansätze auch nicht-lineare und kontextabhängige Entwicklungen betonen. Moderne Ansätze gehen über starre Phasenmodelle hinaus. Kozlowski & Ilgen (2006) betonen, dass Teamentwicklung als ein kontinuierlicher, dynamischer Prozess verstanden werden muss, der stark von situativen und kontextuellen Faktoren abhängt. Die Interaktionen zwischen Teammitgliedern und die Anpassung an wechselnde Aufgabenstellungen machen es notwendig, Teams als lernende und sich stetig verändernde Systeme zu begreifen.
Gezielte Maßnahmen zur Teamentwicklung haben in der Praxis einen hohen Stellenwert. Salas et al. (2012) stellen fest, dass systematische Trainingsprogramme und Entwicklungsmaßnahmen die Kommunikation, Koordination und das Problemlösungsverhalten in Teams signifikant verbessern können. Solche Interventionen fördern nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch soziale und metakognitive Fähigkeiten, die für die Teameffektivität entscheidend sind.
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