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2.5 Relevante Gruppenphänomene und Teamphasen

Abschlussbedingungen

Für ein besseres Verständnis dafür, warum Teams nicht immer den Anforderungen gerecht werden, schauen wir uns Gruppenphänomene an, die die Dynamik und Effizienz von Teams in unterschiedlichen Kontexten beeinflussen. Wissenschaftliche Studien untersuchen den Einfluss von u.a. sozialer Kohäsion, Gruppendenken, sozialem Faulenzen, Konformitätsdruck, Rollenverhalten, Individuation und gruppendynamischer Interdependenz auf die Teamleistung und Entscheidungsqualität. Insbesondere die Kleingruppenforschung beschäftigt sich mit der Analyse und dem Verständnis von Interkationen und Dynamiken innerhalb von kleinen Gruppen, die typischerweise aus 2 bis etwa 12 Personen bestehen. Hier sind einige wichtige Faktoren, die in der Kleingruppenforschung eine Rolle spielen und sich in vielerlei Hinsicht auf die Teamarbeit übertragen lassen, da Teams eine besondere Form von (Klein-)Gruppen sind.

  • Gruppenzusammensetzung: demografische Merkmale (Alter, Geschlecht etc.) der Gruppenmitglieder sowie die Rolle, die ein Individuum in der Gruppe einnimmt (z.B. Führungskraft, Anhänger), können das Verhalten und die Interaktion beeinflussen.
  • Gruppenziel: Was die Gruppe erreichen möchte, beeinflusst ihre Interaktionen und Strukturen (von der Problemlösung bis hin zur sozialen Interaktion), da Ziele variieren.
  • Kommunikation: Die Art und Weise, wie die Mitglieder miteinander kommunizieren (verbal und non-verbal), welche (Fach-)Sprache/n sie sprechen, ist ein zentraler Bestandteil der Gruppeninteraktion. Hier spielen Kommunikationsbarrieren und die Häufigkeit der Kommunikation eine Rolle.
  • Gruppenkohäsion: Die Bindung und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe beeinflussen die Zusammenarbeit und das Wohlbefinden der Mitglieder. Hohe Kohäsion fördert die Kooperation, während niedrige Kohäsion zu Konflikten führen kann.
  • Normen und Regeln: Gruppen entwickeln oft eigene Normen und ungeschriebene Regeln, die das Verhalten ihrer Mitglieder steuern. Diese Normen können formell oder informell sein.
  • Konflikte und Machtverhalten: Konflikte sind in fast jeder Gruppe unvermeidlich. Sie können entweder destruktiv oder konstruktiv sein, abhängig davon, wie sie gehandhabt werden. Machtverhältnisse innerhalb der Gruppe beeinflussen, wer die Entscheidungen trifft und wie Gruppenmitglieder miteinander interagieren.
  • Interdependenzen: Die wechselseitige Abhängigkeit zwischen den Mitgliedern ist ein zentraler Aspekt der Kleingruppeninteraktion. Jeder einzelne beeinflusst und wird durch die anderen beeinflusst.
  • Rollen und Verantwortlichkeiten: In jeder Gruppe gibt es Rollen (z.B. Sprecher, Mediator, Kritiker). Diese Rollen können explizit zugewiesen werden oder sich spontan entwickeln und sind entscheidend für den Erfolg der Gruppe.
  • Kultur und Kontext: Der kulturelle Hintergrund und der soziale Kontext der Gruppe (z.B. Arbeitsgruppe, Freundeskreis) haben einen großen Einfluss auf die Dynamik und die Kommunikationsmuster. 

Alle genannten Faktoren sind miteinander verflochten und können je nach Situation und Ziel der Gruppe variieren. Für die Forschung und Praxis ist besonders das Zusammenwirken der Faktoren und ihre Auswirkungen auf das Verhalten und die Leistung interessant, da die Teamentwicklungsmaßnahmen diese berücksichtigen bzw. darauf ausgesichtet sein sollten. 


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Zuletzt geändert: Montag, 24. November 2025, 11:56