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👉 Open Source - was bedeutet das eigentlich?

Stell dir vor, du hast ein Rezept für dein Lieblingsgericht – und statt es geheim zu halten, teilst du es mit anderen, damit sie es nachkochen, vielleicht sogar verbessern oder neue Variationen daraus kreieren können. Genau das passiert mit Open-Source-Software: Der Code ist für alle zugänglich, jeder kann ihn nutzen, verändern und zum Beispiel mit anderen weiterentwickeln. Eine offene kreative Welt, in der die Zusammenarbeit Innovation vorantreibt!

💡Die Idee hinter Open Source

Open Source bedeutet übersetzt „offene Quelle“. Im Kern geht es darum, dass der Quellcode einer Software frei zugänglich ist. Das bedeutet: Jeder kann ihn einsehen, verändern und weiterentwickeln. Statt hinter verschlossenen Türen von einem Unternehmen entwickelt zu werden, ist Open-Source-Software oft das Ergebnis einer Gemeinschaftsarbeit von Programmierer:innen, Forschenden und Technikbegeisterten aus der ganzen Welt.

Doch Open Source ist mehr als nur öffentlich zugänglicher Code – es ist eine Philosophie, die auf Zusammenarbeit, Transparenz und geteiltem Wissen basiert.

"Ich denke, grundsätzlich neigt Open Source dazu, stabilere Software zu sein. Es ist der richtige Weg, Dinge zu tun." - Linus Torvalds, Schöpfer des Linux-Kernels und Erfinder von Git

💁‍♀️ Die Grundprinzipien von Open Source

Warum wird Software überhaupt offen zur Verfügung gestellt? Open-Source-Projekte folgen meist bestimmten Prinzipien, die sie von klassischer proprietärer Software unterscheiden:

  • Transparenz: Jede:r kann den Code einsehen und damit verstehen, was die Software macht. Das schafft Vertrauen und hilft, Sicherheitslücken oder versteckte Funktionen wie Tracking oder Manipulation zu vermeiden.
  • Zusammenarbeit: An vielen Open-Source-Projekten arbeiten Menschen aus der ganzen Welt gemeinsam und freiwillig. So entsteht eine Schwarmintelligenz, die Innovation fördert.
  • Anpassbarkeit: Da der Code offenliegt, kann ihn jede:r anpassen und für eigene Zwecke optimieren – sei es für Unternehmen, Forschung oder persönliche Projekte.
  • Community-getrieben: Open-Source-Projekte leben von ihrer Community. Sie werden nicht von einer Firma kontrolliert, sondern von den Menschen, die sie nutzen und weiterentwickeln.

Diese Prinzipien sind in der Open Source Definition der Open Source Initiative festgehalten.

📌 Open Source vs. Proprietäre Software

Im Gegensatz zu Open Source gibt es proprietäre Software – also Programme, deren Quellcode geheim bleibt und nur vom jeweiligen Unternehmen weiterentwickelt werden kann. Beispiele sind Windows, Photoshop oder Microsoft Word. Diese Programme dürfen zwar genutzt, aber nicht verändert oder weitergegeben werden. Außerdem kosten sie zumeist Geld. 

Open Source bietet hier eine Alternative: Statt von wenigen kontrolliert zu werden, ist die Software frei zugänglich. Das bringt Vorteile, aber auch Herausforderungen – doch dazu später mehr.

🌍 Open Source ist überall

Viele nutzen täglich Open-Source-Technologien, oft ohne es zu merken:

  • Betriebssysteme: Linux ist das bekannteste Open-Source-Betriebssystem und läuft auf vielen Servern weltweit.
  • Webbrowser: Firefox oder Brave sind Open-Source-Browser. Auch Chromium (die Basis für Google Chrome) ist Open Source. 
  • KI & Maschinelles Lernen: Plattformen wie Hugging Face setzen auf Open-Source-Technologien. OpenAIs ChatGPT ist kein Open-Source-Modell (mehr). Gründer Sam Altman hat in einem Statement erklärt, dass es gefährlich für die Gesellschaft sein könnte, alle Details über ChatGPTs Sprachmodell zu veröffentlichen. Kritiker:innen halten allerdings dagegen. Fakt ist jedoch, dass ChatGPT damit kein Open-Source-Modell mehr ist. 
  • Design & Video: Blender für 3D-Grafiken oder Audacity für Audiobearbeitung sind beliebte Open-Source-Programme.

 

📜 Die Ursprünge der Open-Source-Bewegung

Die Wurzeln der Open-Source-Bewegung sind vielfältig und reichen von der Do-it-yourself-Kultur über die Hacker-Szene der 1960er- und 1970er-Jahre bis zur Freien-Software-Bewegung der 1980er, die den direkten Grundstein legte.

Ein Wendepunkt kam 1998, als Netscape – inspiriert durch Eric S. Raymonds einflussreichen Essay "Die Kathedrale und der Basar" (1997) und bedrängt durch Microsofts wachsende Marktmacht im Browser-Segment – den Quellcode seines kommerziell nicht mehr erfolgreichen Netscape Navigators öffentlich zugänglich machte. Diese Entscheidung bildete später die Basis für das Mozilla-Projekt (den noch heute sehr bekannten Firefox-Browser).

Der Begriff „Open Source“ wurde erstmals im Jahr 1998 von Christine Peterson vorgeschlagen, um Open Source von Free Software abzugrenzen. Die Begriffe wurden zwar synonym verwenden, können aber auch unterschiedliche Dinge meinen - Free Software wird daher auch oft für kostenlose Software verwendet, die nicht unbedingt das Charakteristikum der offenen Entwicklung beinhaltet. Peterson  prägte diesen Begriff während eines Treffens von Technologie-Advokaten in Kalifornien im Februar 1998 bei der Gründung der Open-Source-Bewegung.

Kurz darauf gründeten Eric S. Raymond und Bruce Perens die Open Source Initiative (OSI), um die Verbreitung und Akzeptanz von Open-Source-Software zu fördern.

👥 Open Source als Bewegung

Diese Ausführungen zeigen: Open Source ist mehr als eine technische Lösung – es ist eine Bewegung, die den freien Zugang zu Wissen fördert. Sie steht für eine Kultur des Teilens, in der nicht nur Software, sondern auch Forschungsergebnisse, Bildungsinhalte oder sogar Hardwarepläne frei zugänglich gemacht werden.

Durch diese Offenheit entstehen neue Innovationen – und genau deshalb wird Open Source auch in der KI immer wichtiger.

Zuletzt geändert: Donnerstag, 3. April 2025, 13:54