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👉 HAWKI: Beispiel für Open-Source-KI im Hochschulkontext

Während wir bisher verschiedene Open-Source-LLMs und ihre allgemeinen Einsatzmöglichkeiten betrachtet haben, lohnt sich auch ein Blick auf konkrete Umsetzungen. HAWKI der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) zeigt beispielhaft, wie Open-Source-KI-Technologie im Bildungsbereich praktisch und datenschutzkonform eingesetzt werden kann.

💡 Was ist HAWKI?

HAWKI ist eine hochschuleigene, datenschutzkonforme Plattform für generative KI, die speziell für den Einsatz im Hochschulkontext entwickelt wurde. Die Besonderheit: Studierende und Mitarbeitende benötigen keinen separaten Account, sondern können sich einfach mit ihren regulären Hochschulzugangsdaten anmelden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der Datenschutz – es werden keine personenbezogenen Daten gespeichert oder an Dritte weitergegeben.

Die Plattform wurde im Interaction Design Lab der HAWK entwickelt und verfolgt mehrere Ziele:

  • Allen Hochschulangehörigen die Möglichkeit geben, KI in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren
  • Einen Begegnungsraum schaffen, in dem neue Arbeitsweisen entstehen können
  • Eine hochschulinterne Diskussion über den Einsatz von KI fördern

🎥 Einführung in HAWKI

Vincent Timm (Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des Interaction Design Lab) erläutert in diesem Video die Funktionsweise von generativer KI und das hochschulweite KI-Interface HAWKI.  

🦾 HAWKI2: Die nächste Entwicklungsstufe

Seit Februar 2025 ist mit HAWKI2 eine neue Version online, die das Konzept weiterentwickelt und noch stärker in den Hochschulalltag integriert. Die neue Version legt besonderen Wert auf folgende Dinge:

✅ Kollaboration durch Chaträume

Hochschulangehörige können sich in interaktiven Chaträumen – ähnlich wie bei Messenger-Diensten – austauschen und über die Ansprache "@hawki" jederzeit die generative KI in die Konversation einbinden. Dadurch wird KI zu einem Akteur in Gruppendiskussionen, was gemeinsames Lernen und kollaboratives Arbeiten mit KI-Unterstützung ermöglicht.

✅ Transparenz für wissenschaftliches Arbeiten

Eine innovative Funktion ist die automatisierte Dokumentation der Prompts und eine intelligente Exportfunktion mit Zusammenfassung. Dies schafft Transparenz in KI-gestützten Arbeitsprozessen – besonders wichtig für den Einsatz in Prüfungen und wissenschaftlichen Arbeiten, wo die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse entscheidend ist.

✅ Flexibilität durch modulare Architektur

HAWKI2 wurde mit einer modularen Architektur konzipiert, die eine schnelle und flexible Integration neuer Funktionen ermöglicht. Dadurch können Bildungseinrichtungen, die HAWKI nutzen, die Plattform gezielt an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen. Die Hochschule plant, in kurzen Abständen neue Funktionen hinzuzufügen.

✅ Vielfalt durch verschiedene Modelloptionen

Eine besonders interessante Funktion im Kontext unseres Kurses zu Open Source KI ist die Möglichkeit, verschiedene Sprachmodelle zu verwenden. Dies öffnet HAWKI für interkulturelle Perspektiven und vielfältigere Anwendungsfälle in der Hochschullehre.

Die unterschiedlich trainierten Modelle eignen sich zudem hervorragend für die kritische Auseinandersetzung mit den in den jeweiligen Modellen enthaltenen Werten, Normen, kulturellen Prägungen und potenziellen Vorurteilen.

✨ Warum ein eigenes KI-System für Hochschulen?

HAWKI setzt bewusst auf hochschulübergreifende Zusammenarbeit und unterscheidet sich damit grundlegend von kommerziellen KI-Anwendungen. Im Zentrum steht die digitale Souveränität der Hochschulen. Anstatt die Daten von Studierenden und Forschenden an kommerzielle Anbieter weiterzugeben, behält die Hochschule die Kontrolle.

Ziel ist es, ein vernetztes Ökosystem zu schaffen, das Hochschulangehörigen ermöglicht, mit generativer KI auf ihre eigene Art und Weise zu interagieren – ohne starre Vorgaben, aber mit klaren ethischen und didaktischen Richtlinien.

Dies entspricht dem Grundgedanken von Open Source: Technologie, die an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann und nicht durch kommerzielle Interessen eingeschränkt wird.

😍 HAWKI als Brücke zwischen Theorie und Praxis

Der Einsatz von HAWKI zeigt exemplarisch, wie Open-Source-LLMs in der Praxis genutzt werden können, um spezifische Anforderungen zu erfüllen. Während im kommerziellen Bereich oft geschlossene Systeme wie ChatGPT dominieren, demonstriert HAWKI, dass gerade im Bildungsbereich offene Systeme entscheidende Vorteile bieten:

  1. Datenschutz: Sensible Lern- und Forschungsdaten bleiben in der Institution
  2. Anpassbarkeit: Die Plattform kann speziell für Lehrzwecke optimiert werden
  3. Transparenz: Studierende können nachvollziehen, wie die KI zu ihren Antworten kommt
  4. Lerneffekt: Der Umgang mit verschiedenen Modellen schärft das Verständnis für KI-Systeme

Diese Kombination macht HAWKI zu einem wertvollen Beispiel für den praktischen Einsatz von Open-Source-KI-Technologien im Bildungskontext und zeigt, wie die theoretischen Konzepte, die wir in diesem Kurs kennenlernen, in der Praxis umgesetzt werden können.

📎 Hier findest du nähere Infos

Zuletzt geändert: Donnerstag, 3. April 2025, 14:05