Faktencheck: Wie überprüfe ich potenzielle Falschinformationen?
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Zum Überprüfen von Informationen aus dem Internet gibt es zahlreiche, auch für den Unterricht geeignete Anleitungen und komplette Unterrichtsentwürfe – je nachdem, wie tief man einsteigen möchte.
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So bieten ARD, ZDF und Deutschlandradio in der Reihe "So geht Medien" Erklärvideos und Unterrichtsentwürfe an. Im Fall des Ukraine-Kriegs schildert die Süddeutsche Zeitung, wie sie selbst bei der Überprüfung von Fotos und Videos aus dem Netz vorgeht. Der Spiegel gibt im Artikel Ukraine Krieg auf TikTok, Twitter und Co - so untlarven Sie falsche Bilder und Video praktische Tipps. Tatsächlich sind in den sozialen Netzwerken nicht nur absichtliche und unabsichtliche Verbreiter von Falschinformationen unterwegs, sondern auch zahlreiche engagierte Amateure, die teilweise in Zusammenarbeit mit Medien selbst mit recherchieren, was Bilder wirklich zeigen oder wann Videos das erste Mal ins Netz gestellt wurden.
Im Alltag ist es aber meist gar nicht nötig, selbst stundenlang als Nachwuchsdetektivin oder Hobbyjournalist Informationen zu überprüfen. Oft lässt sich schon mit wenigen Klicks feststellen, woher ein Foto wirklich stammt oder ob eine Behauptung schon von Faktencheckern geprüft wurde. Die wichtigsten Tipps für Jugendliche hat die Initiative Klickwinkel zusammengestellt - als PDF und im Video
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Fünf Tipps gegen Fake News
1. Tipp: Von wem stammt die Information?
Unbekannte Seiten oder Social-Media-Profile unbedingt näher angucken, bevor man etwas teilt. Was wird dort sonst so gepostet? Gibts das Profil schon länger, oder ist es ganz neu? Mit welchen anderen ist es verlinkt? Hat es sogar einen Haken, der die Echtheit der Person bestätigt? Gibts ein Impressum mit Kontaktdaten der Seitenbetreiber oder verstecken sie sich?
2. Tipp: Was zeigt ein Bild wirklich?
Guckt auf anderen Internetseiten nach, ob es aus dem Zusammenhang gerissen wurde oder sogar Photoshop im Spiel war. Alte Fotos oder Videos als angeblich neu ins Netz stellen ist eine beliebte Masche.
Speichert dazu das jeweilige Bild ab oder kopiert dessen Internetadresse (URL) mit Mausklick rechts. Dann könnt ihr es in die Bildersuche zum Beispiel bei Google oder Yandex hochladen. Die Rückwärtsbildersuche zeigt euch, auf welchen Seiten im Internet es sonst noch auftaucht. Dann seht ihr schnell, was das Foto wirklich zeigt. Aber wie immer darauf achten, ob diese Seiten selbst vertrauenswürdig sind.
Im Chrome-Browser reicht für die umgekehrte Bildersuche sogar standardmäßig ein Rechtsklick auf das Bild, um die Funktion Google Lens (Bildersuche und -erkennung) zu erreichen. In anderen Browsern könnt ihr euch auf dem PC kostenlose Erweiterungen dafür herunterladen (Firefox, Safari). Eine weitere Alternative für die umgekehrte Bildersuche ist Tineye.
Gib Fake News keine Chance! von Bundeszentrale für politische Bildung (CC BY) 3. Tipp: Kann das jemand bestätigen?
Dazu einfach die Überschrift oder die wichtigsten Stichwörter in eine Suchmaschine eingeben. Bei den Treffern seriöse Seiten auswählen und nachlesen, ob es eine zweite Quelle gibt. Wenn etwas in einer bestimmten Stadt passiert sein soll, kann man gleich direkt bei Zeitungen oder Sendern aus dieser Gegend gucken.
Ist in einem Post der Ursprung für eine Information genannt (zum Beispiel: „Wie die Polizei München mitteilt ...“), am besten selbst auf deren Internetseite nachsehen. Nachrichtenmanipulateure berufen sich oft auf Berichte in bekannten Medien, schmücken die Fakten aber dann mit ihrer eigenen Meinung oder wilden Spekulationen aus oder teilen gleich einen gefälschten Screenshot eines Artikels.4. Tipp: Wer ist noch skeptisch?
Guckt ruhig bei YouTube oder Instagram in die Kommentare zu einem Video, wenn ihr Zweifel habt, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Häufig haben sich schon andere Leute gemeldet, die auch skeptisch sind. Oder vielleicht sogar mehr wissen und einen Link gepostet haben, der den Fake entlarvt.
Noch ein Trick: Bei Google die Stichworte zu eurem Thema zusammen mit „Fake“, „falsch“ oder „Hoax“ suchen.
In beiden Fällen kann es natürlich leider auch sein, dass man so wiederum auf die Verschwörungstheoretiker stößt, die richtige Informationen für falsch erklären. Es gibt verlässliche Seiten, die sich auf das Aufdecken von Falschmeldungen und Überprüfen von Gerüchten spezialisiert haben.faktencheck verlinken intern
5. Tipp: Von wann ist denn das?
Manche Behauptungen sind nicht falsch, aber längst veraltet. Deshalb: Bei der Suche nach Bildern oder einer zweiten Quelle unbedingt darauf achten: Steht ein Datum dabei? Und kann das Datum auch
stimmen? -
Weitere Informationen
9 Tipps für kritischen Medienkonsum bei Breaking News
Gilt für jede Nachrichtenlage, losgelöst vom Ukraine-Krieg: Wenn sich die Eilmeldungen überschlagen, sollten Nachrichtenkonsument:innen besonders aufpassen und einen kühlen Kopf behalten.
- Noch mehr Tipps gibt es im Artikel Krieg in den sozialen Medien: Erst denken, dann teilen (tagesschau, 01.03.2022)
- Der SWR Fakefinder ist ein Online-Spiel, mit dem Jugendliche einüben können, wie man Falschinformationen erkennt. Das Game gibt es auch einer speziellen Version für den Einsatz im Klassenverband. Einen vorbereiten Unterrichtsablauf zum Einsatz des Spiels in einer Doppelstunde gib es auch bei Coding for Tomorrow
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