Trendanalyse im Bildungsbereich
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In einer Trendanalyse soll herausgefunden werden, auf welchen Plattformen, welche Themen die größte Reichweite und das größte Engagement erzeugen. Engagement bedeutet in diesem Zusammenhang zum Beispiel Likes oder Sharing.
Im Bildungsbereich werden neben den erfolgreichsten Plattformen auch die Hochschulen herausgefiltert, die die größte Reichweite für das Event haben. In unserem Fall war vor allem die HAW von Bedeutung, genauer gesagt die HOOU@HAW. Ein geschärfter Blick wird zudem auf freie Bildungsangebote im Allgemeinen geworfen. Diese werden meistens unter der Abkürzung OER (Open Educational Resources) zusammengefasst. Nach den Plattformen werden die konkreten Inhalte überprüft, welche am meisten Reichweite und Engagement erzeugen. Außerdem werden Themen herausgesucht, die momentan im Trend liegen und es wird analysiert, ob es relevante Multiplikatoren gibt. Multiplikatoren sind beispielsweise andere Institutionen, die die eigenen Inhalte weiterverbreiten und dadurch eine höhere Reichweite generieren. Auch bestimmte Keywords und Hashtags können die Reichweite erhöhen und werden deshalb genau unter die Lupe genommen. Zu guter Letzt wird überprüft, ob Themen existieren, die kritisch aufgenommen werden, damit solche in Zukunft vermieden werden können.
Neben diesen Trendanalysen in Social Media wird außerdem überprüft, wie die eigenen und die Beiträge ähnlicher Veranstaltungen in der Presse aufgenommen werden. Denn über die Presse kann eine enorme Reichweitensteigerung auf fremden Plattformen betrieben werden.
Was ist Social Listening und wozu ist es gut?
Social Listening, auch Social Media Measurement oder Social Media Monitoring genannt, ermöglicht es einem Nutzer, Social Media Kampangen automatisiert zu beobachten und auszuwerten. Es gibt unzählige Anwendungen für Social Listening, sowohl Open Source Software wie Tweetdeck oder Hootsuite, als auch kostenpflichtige wie Brandwatch, Meltwater oder Ubermetrics. Die Anwendungsbereiche von Social Listening reichen von Unternehmenskommunikation über PR- und Social Media Management bis zu NGOs und politischer Kommunikation.
Die konkreten Ziele von Social Listening sind Erfolgsmessung von Social Media-Kampagnen, Konkurrenzbeobachtung, Trendanalyse, Krisenkommunikation, Analyse von Onlinediskursen und Monitoring von Keywords, Hashtags, Usern, Brands, Namen, etc.
Social Media Resonanz der HOOU
Social-Media-Resonanz kann sich auf zwei Prozesse beziehen: Einmal, indem man die Resonanz auf die eigenen Aktivitäten misst, z.B. wie viele User haben meinen Post geliked/kommentiert/geteilt, wie viele Visits hatte ein Blogpost etc. Das erfolgt über die eigenen Analytics-Kanäle, z.B. Google Analytics oder die Facebook-/Instagram-Insights. Ziel ist dabei, auszuwerten, welche Teile der Kampagne besonders erfolgreich waren und welche nicht.
Social-Media-Resonanz kann aber auch bedeuten, dass man zur Planung einer Kampagne untersucht, welche Themen oder Keywords auf Social Media gerade stark diskutiert werden, welche Multiplikatoren es gibt, wer redet über die eigenen Kanäle etc. Hierfür untersucht man die Diskussion, die außerhalb der eigenen Kanäle stattfindet und dafür braucht man eine Monitoring-Software wie Meltwater (Oder man macht eine händische Recherche über die Suchfunktion der Plattformen, was natürlich aufwändiger und weniger vollständig ist).
Bei der Analyse der Social Media Resonanz der HOOU ist uns aufgefallen, dass die HOOU hauptsächlich (zu 90%) Twitter als Kanal nutzt, weshalb wir uns bei der Analyse auf diese Plattform beschränkt haben.
Die Resonanz von @HOOUHAW belief sich im vorigen Jahr auf 1170 Mentions insgesamt und hatte damit die größte Resonanz der Hamburger Hochschulen, die mit HOOU zusammenarbeiten. Die Gesamtanzahl der Mentions über das Jahr hinaus für @HOOUHAW belief sich auf 1640.
Die Inhalte, die die größte Reichweite erreichten, waren „#AfterwOERk – Veranstaltungsreihe“, „Campus Innovation“ und „#schh19 – Startcamp“. Der Beitrag der die größte Reichweite erreichte, drehte sich um ein kostenloses Mathespiel und ist unter folgendem Link zu erreichen: https://twitter.com/HOOUHamburg/status/1181603609097711619
Die Trending Topics waren „Hamburg Open Online University“, „@HOOUHamburg“, „Wissenschaft“, „#OER“, „#HOOU“, „HOOU“, „#AfterwOERk“. Als relevanter Multiplikator wurde „@stARTconference“ herausgefiltert.
Bei der Untersuchung kritischer Themen kam heraus, dass 6,5% der Posts negativ aufgenommen werden und das Thema Veganismus ein Problem darstellen kann. Zur Einstufung dieser Ergebnisse sei gesagt, dass die Negativ-Erkennung eventuell fehlerhaft ist und deshalb nicht alle als negativ eingestuften Posts wirklich negativ aufgenommen wurden.
Die meisten Softwareprodukte zum Monitoring eurer Social Media Aktivitäten sind von kommerziellen Anbietern. Es gibt zwar Open Source Produkte, deren Nutzung rechtlich aber durchaus problematisch ist, da die meisten Plattformen ihre API zu den Nutzer*innendaten nicht frei verfügbar machen.
Lediglich auf Twitter ist die API frei verfügbar. Hier bietet sich Tweetdeck zum Monitoring an.
OER in Social Media
Mit Hilfe von Monitoring-Software können potenzielle Trends und Umgebungen für die eigene Social-Media-Kampagne recherchiert und analysiert werden. Diese sind zielführend für eine erfolgreiche Kampagne, da dadurch die relevantesten Plattformen gefunden werden können, um den entwickelten Inhalten ein passendes Umfeld zu bieten. Dabei kann man spezifisch darauf achten, welche genauen Themen im OER-Bereich die größte Relevanz haben. Diese kann man dann für seine eigene Kampagne nutzen, um deren Reichweite möglichst umfangreich abzudecken.
Ebenfalls wichtig sind aktuelle Trends im OER-Bereich. Diese können Hashtags sein, die gerade besonders beliebt sind und möglicherweise zur Kampagne passen. Auch beliebte Keywords können herausgefunden werden, sowie generelle Topics, die zur Zeit für viel Traffic sorgen. Diese sollten dann für das eigene Thema der jeweiligen Kampagne gefiltert werden, um diese spezifisch nutzen zu können. So ist es ebenfalls möglich, Inspirationen für die eigene Kampagne zu finden. Es können aktuelle Best-Practice-Beispiele gefunden werden, wie beispielsweise Kanäle oder Produkte, die aktuell eine hohe Relevanz aufweisen oder ihre Reichweite auf eine jeweilige Kampagne abgestimmt nutzen.
Abschließend ist es auch wichtig, sich über mögliche Multiplikatoren oder Kooperationspartner zu informieren, die die Reichweite der eigenen Kampagne ausweiten könnten. Diese sollten auf das Thema der Kampagne abgestimmt sein, um einen möglichst großen Erfolg zu erzielen. Beispiele hierfür sind unter anderem größere Hochschulen, Personen des öffentlichen Lebens oder Unternehmen, die im Zusammenhang zu der Kampagne stehen.
OER in Blogs (DE und ENG)
Trending Topics im englischsprachigen Raum lauteten #elearning, #ITIL4, #eLearning, #Training Thanks, Free Coupon, Foundation, ITIL 4 Foundation Exam, students, complete resource, first attempt, realistic practice exams, Click Education, learning Opportunities. Im deutschsprachigen Raum war nur das Hashtag #twitterlehrzimmer als relevantes Trending Topic auszumachen. Hier wird deutlich, dass OER im deutschsprachigen Raum noch viel sichtbarer werden muss: Die Diskussion über „Open Education“ wird am stärksten in den USA und UK geführt, Deutschland belegt für das Keyword immerhin den dritten Platz.
Ein Best-Practice-Beispiel für ein OER-Projekt jenseits des Hochschulkosmos ist die Reihe "Informationen aus dem BIBB" (Bundesinstitut für Berufsbildung). In der dort erschienenen Broschüre wird übersichtlich in das Thema OER eingeführt, es gibt Antworten auf Fragen zu Nutzung und Erstellung von OER, rechtlichen Aspekten sowie Konzepten der Qualitätssicherung und Finanzierung von OER. Zielgruppe der Broschüre sind die Praktiker/-innen der beruflichen Bildung.
Populäre Plattformen für OER
Mit Hilfe von Monitoring-Software haben wir die Trends für Open Education des letzten Jahres betrachtet. Die relevanteste Plattform war mit Abstand Twitter mit 71%, auf dem zweiten Platz liegt Facebook mit 9%, gefolgt von Blogs jeglicher Art mit 5% und Youtube mit 3%. Auch bei der Reichweite sind Facebook und Twitter weit vorn. Dies ist insofern „problematisch“, als dass insbesondere junge Leute außerhalb des Hochschulkontextes hauptsächlich auf Plattformen wie Instagram und Youtube, die unter 20-jährigen auf Snapchat und TikTok bewegen. Es besteht also eine Herausforderung, die Diskussion über OER von Twitter auch auf anderen Plattformen sichtbar zu machen, wenn die Zielgruppe erweitert werden soll.
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Jetzt seid ihr dran!
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