NEWS: Ursachen (Schluss)
Ein erstes Fazit
Toff, B., Palmer, R., Nielsen R.K. "Avoiding the News: Reluctant Audiences for Journalism" (Columbia University Press, 2023/2024), https://cup.columbia.edu/book/avoiding-the-news/9780231205191/
Aufgabe
Starte nun mit Deiner News-Life-Balance!
Du hast in diesem Kapitel viel über das Rollenverständnis von Journalist*innen und gelerntes Handwerkszeug reflektiert.
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- Trage als ersten Schritt ein, nach welchen Kriterien Du bisher gearbeitet hast. Waren Deine Beiträge z.B. bisher nach dem Erzählsatz von Heussen aufgebaut? Dann trage das so in Deine News-Life-Balance ein.
- Fällt Dir schon jetzt spontan etwas ein, was Du ändern könntest in Deiner Arbeit oder Deiner Redaktion? Dann füge es Deiner Balance direkt hinzu.
- Speichere Deine erste Version der News-Life-Balance ab. Das kannst Du tun, indem Du im Tool oben links auf das "Disketten"-Symbol klickst.
Es ist okay, wenn Deine Balance noch ins Negative ausschlägt. Zu Beginn geht es ersteinmal um eine Bestandsaufnahme. Im Laufe des Lernangebots wirst Du viele Möglichkeiten haben, Deine News-Life-Balance immer mehr ins Gleichgewicht zu bringen. Vielleicht möchtest Du auch einige der klassischen Kriterien beibehalten, weil Du von ihnen überzeugt bist. Auch das ist in Ordnung.
Der Spiegel-Journalist und Begründer des Integralen Journalismus Stefan Schulz bringt es auf den Punkt:
“Wir Journalist*innen haben schon immer aktiv in den öffentlichen Diskurs eingegriffen und die Wahrnehmung gesellschaftlicher Probleme mitgeprägt. Nur haben wir das bislang aus meiner Sicht zu wenig reflektiert. Die Frage ist nicht, ob Journalismus die Gesellschaft beeinflusst. Sondern ob er sich dessen bewusst ist. Und durch mehr Bewusstsein verantwortungsvoller mit seinem Einfluss umgeht.”
Das hast Du gelernt
Journalist*innen stehen vor der Problematik, dass wir unser Publikum mit unseren bisherigen Arbeitsweisen immer schlechter erreichen.
Denn meistens sind es vorrangig negative Inhalte, die Journalist*innen berichten. Das ist ein zentraler Grund, warum sich Menschen nachrichtenmüde fühlen und sie sich von Nachrichten und manchmal sogar ganz vom Journalismus abwenden.
Unsere Art der Berichterstattung beruht auf einem tradierten Rollenverständnis, nämlich einer möglichst sachlichen Berichterstattung über eine angeblich alleinige objektive Wahrheit. Doch in der sich wandelnden Welt stoßen unsere Rollenidentitäten an ihre Grenzen:
Der Watchdog wacht weiter unermüdlich, doch die Bots und Algorithmen scheinen ihm immer öfter einen Schritt voraus zu sein. Der Gatekeeper liefert weiter scharfe Analysen, doch er ist längst nicht mehr der einzige Akteur mit großer Publizität. Und Facktenchecker kämpfen weiter gegen Verschwörungsmythen, doch ihre Fakten drohen, im anschwellenden Informationsstrom unterzugehen. Und einige Menschen wollen die Fakten gar nicht mehr hören. Ihre gefühlte Wahrheit scheint ihnen genug zu sein.
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