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Inclusion

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1.3 Inclusion

 

Einleitung - Dabei sein oder dazugehören?

 

Im letzten Abschnitt hast du gelernt, was Equity bedeutet: Chancengerechtigkeit, die mehr ist als Equality, denn sie berücksichtigt unser aller Unterschiede, um wirklich jeder Person faire Chancen zu ermöglichen. Dieser Schritt ist schon sehr viel wert, allerdings ist das Bewusstmachen sowie die gerechte Behandlung von Vielfalt noch keine Garantie dafür, dass sich Menschen wirklich (in einer Gruppe) willkommen fühlen. 

 

 

Gedankenexperiment

Wann hast du dich zuletzt wirklich willkommen gefühlt und wann hattest du das Gefühl, irgendwo nur dabei zu sein?

 

 

KI Collage by Melanie Bock (CC BY-SA)

 

 

 

In diesem Abschnitt wenden wir uns nun dem dritten Wort der Reihe zu: Inclusion bedeutet, dass Menschen nicht nur die Möglichkeit haben mitzumachen, sondern sich auch wirklich willkommen, respektiert und wertgeschätzt zu fühlen. Es geht darum, aktiv Räume, Prozesse und Kulturen so zu gestalten, dass niemand nur „dabei“, sondern wirklich ein Teil davon ist. 

 

Definition von Inclusion

 

Inclusion bedeutet:

  • Menschen werden nicht nur geduldet bzw. chancengerecht behandelt, sondern auch bewusst einbezogen.
  • Ihre Perspektiven sind relevant und sie sind aktiv an Gestaltungsprozessen beteiligt. 
  • Strukturen, Sprache und Entscheidungsprozesse sind so angelegt, dass niemand ausgeschlossen wird.
  • Inclusion ist ein fortlaufender Prozess und keine Einmal-Maßnahme.

 

Integration vs. Inclusion – wo liegt der Unterschied?

 

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass im Alltag die Begriffe Inklusion und Integration oft synonym verwendet werden, doch sie beschreiben zwei sehr unterschiedliche Konzepte. In Anlehnung an das oben gezeigte Bild gehen wir nun etwas tiefer in die Erklärung des Unterschieds:

Denke an ein Sportteam, welches ein neues Mitglied aufnimmt. Die Person, die neu dazukommt, ist aus einem anderen Land und spricht noch nicht so gut Deutsch. Sie kommt in das Sportteam, aber die Regeln, Abläufe und Sprache bleiben gleich; die Person muss sich anpassen, um dabei zu sein - das nennt man Integration. In einem anderen Team nimmt sich der/die Trainer(in) nochmal Zeit, um Regeln auf Englisch zu übersetzen. Unterschiedliche Bedürfnisse werden von Anfang an berücksichtigt - das nennt man Inclusion.

Integration (Eingliederung)

Integration bedeutet, dass Menschen, die bisher außerhalb einer bestehenden Struktur standen (z. B. Migrant*innen, Menschen mit Beeinträchtigung), in ein bestehendes System „eingegliedert“ werden. Die Logik dahinter: „Du darfst mitmachen, aber die Bedingungen sind schon festgelegt.“ Die Verantwortung dafür, sich einzugliedern liegt allen voran bei den „Neuankommenden“: Sie sollen sich anpassen, die bestehenden Regeln akzeptieren und sich in das System hineinfinden.

Inclusion (Zugehörigkeit)

Inclusion geht einen Schritt weiter als Integration. Sie möchte, dass alle Personen von Anfang an gleichberechtigt teilhaben können. Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen, also werden die Bedingungen angepasst. Für die Umsetzung dessen liegt die Verantwortung bei der Gesellschaft oder beim Unternehmen, also bei denen, die aktiv anderen Personen das Gefühl geben können, dazuzugehören: Sie haben die Aufgabe, ihre Strukturen zu reflektieren und Barrieren abzubauen. Die Person, die inkludiert werden möchte, hat nicht die Pflicht, alleine dafür zu kämpfen, ein Teil  der Gruppe/Organisation/Gesellschaft zu sein.

 

Inclusion & Integration im Alltag

 
  • Schule:

Integration = ein Kind mit mentaler Beeinträchtigung sitzt im Klassenzimmer, aber die Materialien sind nicht angepasst. 

Inclusion = der Unterricht ist von vornherein barrierefrei gestaltet (Equity) und die unterschiedlichen Stärken der Kinder werden gezielt eingebunden, sodass sich niemand ausgeschlossen fühlt.

  • Arbeit:

Integration = Meetings finden immer zu Zeiten statt, die für Menschen mit Care-Aufgaben (wie bspw. Kinderbetreuung) schwierig sind.

Inclusion = Meetings werden bewusst familienfreundlich geplant (Equity) und zusätzlich werden unterschiedliche Perspektiven als wertvoll betrachtet und zwar auch von der Person, die aufgrund der Kinderbetreuung eventuell die einzige ist, die nicht Vollzeit arbeitet. 

  • Freizeit:

Integration = mehrsprachige Gäste dürfen ins Vereinsheim, aber die Regeln sind nur auf Deutsch abrufbar.

Inclusion = Infos gibt es in mehreren Sprachen (Equity) und Menschen mit unterschiedlicher Herkunft gestalten die Vereinskultur aktiv mit.

 

Quiz zu Inclusion

 

Überprüfe dein Wissen bezüglich des Unterschieds zwischen Integration und Inclusion bei den folgenden Multiple Choice Fragen. 

 

H5P Quiz by Melanie Bock (CC BY-SA)

 

 

 

 

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