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Tutorial

Completion requirements

 

 

Transkript

0:00 Intro

0:08 Henning Hansen

Hi! Ich bin Henning und ich zeige euch heute anhand des Trauermarschs von Chopin, wie man relativ einfach und mit wenig Aufwand aus einem Klavierstück ein Orchesterarrangement anfertigen kann. Besonders klassische Kompositionen für Klavier sind sehr, sehr gut geeignet, um diese für Orchester zu arrangieren. Ich habe den Trauermarsch für symphonisches Orchester arrangiert und hierbei versucht, den vierstimmigen Hornsatz, der im klassischen symphonischen Orchester typisch wäre, durch Saxophone zu ergänzen. In Schulen ist das Instrument Saxophon einfach häufiger besetzt als das Horn.

0:50 Musik: [Trauermarsch

1:16 Henning Hansen 

[Musik wird leiser] Der Klaviersatz dient für das gesamte Arrangement als Fundament und wird auf die einzelnen Orchesterinstrumente aufgeteilt. [Musik verstummt] Die originalen Klaviernoten, die ich als Grundlage herangezogen habe, stammen aus dem Internet, von der Website IMSLP. Der Link ist in der Beschreibung zu finden. Der Klaviersatz dient in diesem Arrangement grundsätzlich als Fundament und wird auf die unterschiedlichen Instrumente des Orchesters aufgeteilt. Die Originalkomposition steht in der Tonart b-Moll; das beinhaltet 5 b-Vorzeichen und ist eine für Streicher sehr undankbare Tonart. Daher habe ich mich entschieden, das Arrangement um einen Halbton nach oben zu transponieren. Dadurch entsteht die Tonart h-Moll mit zwei Kreuzen, und diese Tonart ist gerade für Streicher besonders gut spielbar. Ein weiteres Problem ist, dass viele der Blasinstrumente transponierende Instrumente sind. Hier ist allerdings von Vorteil, dass die Notationssoftware diese Transposition in der Regel selbst berücksichtigt. Ich behandle in meinen Arrangements gerne jede einzelne Stimmengruppe als einen vierstimmigen Satz. Das heißt: Ich habe Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen. Wenn ich die Melodie in einer etwas tieferen Lage habe – so wie es in der Klavierkomposition der Fall ist –, ...

2:48 Musik: Henning Hansen spielt die Melodie 

2:57 Henning Hansen 

... dann gibt es für mich als Arrangeur schon einen Aufschluss darüber, welche Instrumente diese Melodie in der jeweiligen Lage spielen könnten. Die Begleitung ist ein immer wiederkehrendes Ostinato.

3:11 Musik: Henning Hansen spielt die Begleitung 

3:21 Henning Hansen 

Dieses Ostinato zieht sich durch den gesamten ersten Teil der Komposition und kann sehr gut übernommen werden, von beispielsweise den tiefen Streichern. Der Streichersatz dient in meinem Arrangement als Grundlage und wird lediglich durch die Blasinstrumente und in diesem Fall die Pauke klanglich ergänzt. Hören wir einmal rein, wie das Ganze nur von den Streichern gespielt klingt. 

3:50 Musik: Trauermarsch Streicher

4:06 Henning Hansen

Und nun ergänzt durch die Blasinstrumente.

4:09 Musik: Trauermarsch Streicher und Blasinstrumente

4:25 Henning Hansen 

Jedes Schulorchester bietet andere Voraussetzungen. In einigen Orchestern gibt es mehr Streicher, in anderen mehr Bläser. Daher ist es sinnvoll, maximal vier oder fünf Stimmen als Fundament für ein Arrangement zu konzipieren.

4:41 Henning Hansen

Als Nächstes überlege ich: Welche Instrumente könnten gegebenenfalls den Streichersatz durch bestimmte Klangfarben ergänzen?

4:50 Henning Hansen 

In der Melodie am Anfang lässt sich die Klarinette durch die tiefe Lage und den runden, vollen Klang sehr gut zur Bratsche hinzumischen. An dieser Position, wo ein neues melodisches Element eingefügt wird, wähle ich auch ein neues Instrument aus, um klanglich etwas Abwechslung zu erzeugen: Statt der doch recht weich klingenden Klarinette nehme ich nun die etwas schärfer klingende Oboen-Klangfarbe [Wortlaut im Original unklar]. 

5:25 Henning Hansen 

Im gesamten Verlauf des Arrangements bietet es sich auch an, die Dynamik, die durch die Komposition vorgegeben wurde – also forte, mezzoforte – in die Instrumentierung zu übertragen. 

5:39 Henning Hansen 

Das bedeutet, dass der B-Teil, in dem sich die gesamte Melodie auch nach oben hin öffnet, gerne auch auf mehr Instrumente verteilt werden kann. 

5:52 Henning Hansen 

An dieser Stelle kopiere ich die Melodie in verschiedene Instrumente, um einen sehr viel volleren Klang zu erzeugen.

6:00 Henning Hansen 

Ich beginne mit der Flöte und transportiere die Melodie eine Oktave nach oben, um einen größeren und sehr geöffneten Klang zu erzeugen. 

6:12 Henning Hansen 

Im Blechbläsersatz lässt sich beispielsweise von den tiefen Blechbläsern, also Tuba oder den Posaunen, sehr gut die Bassstimme oder die Cellostimme doppeln. 

6:23 Henning Hansen

Die Begleitung des Cellos habe ich auch in die Bläser übertragen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass gerade Blasinstrumente gelegentlich auch atmen müssen. 

6:37 Henning Hansen 

Darum habe ich dieses immer wiederkehrende Ostinato, welches wir schon gehört haben, über zweitaktike Einheiten in die Blasinstrumente übertragen, sodass zwei Takte gespielt werden und zwei Takte Zeit zum Atmen bleiben.

6:57 Henning Hansen 

Da sich in diesem Stück insgesamt doch relativ viel melodisches Material und auch die Begleitung wiederholt, habe ich versucht, gerade an diesen Abschnitten durch kleine instrumentatorische Veränderungen Abwechslung in das Arrangement hineinzubringen. 

7:18 Henning Hansen 

So sieht man an dieser zweitaktigen Passage, in der wir die Melodie noch einmal hören, dass ich im Gegensatz zum Anfang deutlich mehr Blasinstrumente eingesetzt habe. 

7:31 Henning Hansen 

Zum Ende hin wird das ganze Arrangement in sich wieder durch die Begleitung zurückgenommen. Es steigen nach und nach immer mehr Instrumente aus, sodass man am Ende wieder bei einem sehr dünnen Streichersatz aus drei Streicherstimmen und nur vier Holzblasinstrumenten zum Schluss ankommt. 

8:05 Henning Hansen 

Nun habe ich euch an diesem Beispiel gezeigt, wie man so ein Arrangement anfertigen kann. Probiert es selbst aus: Sucht euch ein schönes Stück für Klavier und übertragt es auf eure individuelle Besetzung in eurem Schulorchester.