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Experiment 2 - Anpassung der Kanäle

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Einleitung – Wie erreichen wir Menschen am besten?

 

In Zeiten von Social Media, vollen Postfächern und einer generellen Informationsflut, stellt sich die Frage: über welche Kanäle erreicht man Menschen eigentlich am besten?

 

Gedankenexperiment:

Auf welchen Kanälen erfährst du am ehesten von Veranstaltungen? Welche Kanäle sprechen dich am meisten an?

 

KI-Collage von Melanie Bock (CC BY-SA)

Im ersten Experiment haben wir untersucht, wie unterschiedliche Formulierungen die Wahrnehmung von DEI-Veranstaltungen beeinflussen. Doch eine Frage blieb offen: Bringt es überhaupt etwas, an der Formulierung zu feilen, wenn der Kanal selbst nicht der richtige ist? Einige der Interviewpartner:innen an der TUHH berichteten, dass sie ihre E-Mails kaum lesen bzw. schnell wegklicken.

Deshalb adressierte Experiment 2 eine grundlegendere Frage: Auf welchen Kommunikationskanälen erreichen wir Menschen an der TUHH tatsächlich und motivieren sie, sich zu einer DEI-Veranstaltung anzumelden? Zur Erinnerung: wie schon in der Einleitung des Moduls angekündigt, hatten wir die Experimente aufgeteilt, um ursächliche Zusammenhänge festzustellen, anstatt wie üblich, die Schritte Zielgruppenbestimmung und Kanalauswahl miteinander zu verknüpfen.

Welche Kommunikationswege motivieren zur Anmeldung?

Das Ziel des Experiments war es, herauszufinden, wieviele Anmeldungen pro Kanal eingingen. Für das Experiment wählten wir wieder eine reale Veranstaltung, die es zu bewerben galt. Die untersuchte Veranstaltung war ein einstündiger Vortrag mit dem Titel „Queerfeindlichkeit und Antifeminismus – Und was wir dagegen tun können (Allyship)“.
Sie fand im Rahmen der Hamburger Pride Week statt, wurde hybrid angeboten (vor Ort und online) und richtete sich an alle Studierenden und Mitarbeitenden der TUHH. Der Vortrag kombinierte Grundlagenwissen, Zahlen & Fakten sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für Allyship.

Im Folgenden werden wieder die einzelnen Schritte des Experiments beschrieben:

1. Erläuterung der 6 genutzten Kanäle
2. Aufbau und Durchführung des Experiments
3. Ergebnisse
4. Interpretation der Ergebnisse

1. Erläuterung der 6 genutzten Kanäle

 

Im Experiment wurde die Veranstaltung über sechs Kommunikationskanäle angekündigt, die an der TUHH unterschiedlich häufig genutzt und wahrgenommen werden.

tuall – Zentraler E-Mail-Verteiler der TUHH

  • erreicht alle TUHH-Angehörigen (Studierende + Mitarbeitende)
  • formeller, institutioneller Kanal
  • wird oft geöffnet, aber schnell abgearbeitet
  • typische Nutzung: längere Textbeiträge, Einladungen, formelle Infos

Stud.IP

  • Hauptplattform für Studierende (Lernmaterialien, Nachrichten, Kurse)
  • wird täglich genutzt -> starke Präsenz
  • Zielgruppe: vor allem Studierende & Lehrende

AStA Newsletter

  • unabhängiger Infokanal der Studierendenvertretung
  • hohe Glaubwürdigkeit unter Studierenden
  • wird weniger von Mitarbeitenden gelesen
  • enthält regelmäßig Veranstaltungshinweise

Digitale Monitore

  • verteilt auf dem gesamten Campus (Mensa, Foyers, Hörsaalgebäude)
  • erzeugen Sichtkontakt, aber nur sehr kurzen Blickfokus
  • funktionieren am besten mit sehr wenig Text
  • erreichen alle, die zugegen sind

Flyer

  • physisch sichtbar (Mensa, ASTA Office,...)
  • offline, unabhängig vom digitalen Overload
  • gut zur Wiedererkennung

Flurfunk (interner Mitarbeitenden-News-Kanal)

  • offizieller Intranetkanal für Beschäftigte
  • kurze, textorientierte Beiträge
  • hohe Relevanz für Verwaltung & Technik
  • kein studentischer Kanal

Die genutzen Formate

Für Mail, StudIP, Asta Newsletter und Flurfunk wurde die Einladung wie folgt verbreitet:

Einladung zur Veranstaltung - Zahlen, Daten, Fakten
Einladung Pride Week von Melanie Bock (CC 0)

Für Monitore und Flyer sah das Format so aus:

Flyer für Pride Week Veranstaltung
Flyer & Monitore Queerfeindlichkeit und Antifeminismus von Macleen Silva (CC 0)

2. Aufbau und Durchführung des Experiments

 

Um präzise zu erfassen, über welchen Kanal sich eine Person angemeldet hatte, erhielt jeder Kanal einen eigenen, eindeutigen Registrierungslink (bzw. QR-Code).

Das bedeutet:

  • alle Links führten zur gleichen Veranstaltung,
  • aber jede Anmeldung ließ sich eindeutig einem Kanal zuordnen.

Damit wurde nicht nur sichtbar, wo die Anmeldung stattfand, sondern auch, welche Kanäle keine direkte Handlung auslösten.

Zeitgleiche Veröffentlichung auf allen Kanälen

Alle sechs Kanäle wurden zeitgleich bespielt, so dass kein Kanal einen zeitlichen Vorteil hatte und potenzielle Teilnehmende die Einladung unabhängig voneinander auf mehreren Wegen sehen konnten.

3. Ergebnisse

 

Während der Bewerbungsphase wurden insgesamt 76 Anmeldungen erfasst. Bei Experiment 1 waren es 36, damit haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt.  Durch die eindeutigen Registrierungslinks konnten alle Anmeldungen einem Kanal zugeordnet werden.

In der nachfolgenden Grafik wurde die Anzahl der Anmeldungen pro Kanal anhand eines Tortendiagramms dargestellt.

Tortendiagramm by Melanie Bock (CC BY-SA)

  • E-Mail war der stärkste Kanal für direkte Anmeldungen (75%)
  • Stud.IP (11%) und AStA (9%) Newsletter generierten relevante, aber deutlich geringere Anmeldezahlen
  • Der interne Mitarbeitendenkanal (Flurfunk) führte zu vier Anmeldungen (5%)
  • Flyer und Monitore erzielten keine direkten Anmeldungen (0)

4. Interpretation der Ergebnisse

 

Beim Vergleich der Kanäle lag die Anmeldung über Mail weit vorne, was aber nicht unbedingt bedeuten muss, dass die anderen Kanäle keine Aufmerksamkeit erzeugt haben. Da wir mehr Anmeldungen als üblich erhalten hatten, könnte die erhöhte Sichtbarkeit auf den verschiedenen Plattformen eine positive Auswirkung auf das Anmeldeverhalten ausgeübt haben.

Dass 75 % der Anmeldungen über E-Mail erfolgt waren, bedeutet nicht zwingend, dass Menschen die Veranstaltung auch über E-Mail entdeckt hatten. Es bedeutete hauptsächlich, dass E-Mail der bequemste Kanal war, um die konkrete Handlung, in diesem Fall die Anmeldung, auszuführen.

Wir gehen aber davon aus, dass die Bespielung mehrere Kanäle die Sichtbarkeit der Veranstaltung gesteigert und vermutlich auch die Anmeldezahlen indirekt beeinflusst hat.

Weiter geht's

 

Du hast es geschafft! Du bist am Ende des gesamten Lernangebots angekommen. Wow! Das war wirklich viel Input.
Von den Grundlagen von DEI, über Wahrnehmungsmechanismen, bis hin zu Sprache, Kommunikationsstrategien und den beiden Experimenten:
Du hast dir Wissen erarbeitet, reflektiert, ausprobiert und akademische Erkenntnisse mit echter Praxis an der TUHH verknüpft.

Im letzten Schritt möchten wir mit dir gemeinsam das Gelernte abschließen und fragen dich:
Was hast du gelernt? Was nimmst du mit? Und wie kannst du das in deinem Alltag weitertragen?

Weiter geht’s zum Abschluss deiner Comm.Unity-Lernreise.

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