Zusammenfassung
Abschnittsübersicht
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Klassenraum der Sozialen Frauenschule in den 1920er Jahren von Geschichtswerkstatt Soziale Arbeit 2020 (Verantwortung: Dieter Röh) (CC BY-NC-SA) ONLINE LERNEINHEIT ZUR GESCHICHTE DER AUSBILDUNG UND DES STUDIUMS SOZIALER ARBEIT IN HAMBURG 1917 BIS HEUTE
Seit über 100 Jahren werden in Hamburg Menschen für die professionelle Soziale Arbeit ausgebildet. Was 1917, mitten im ersten Weltkrieg, als Soziale Frauenschule mit Sozialpädagoischen Institut (SPI) begann, wandelte sich in den Zeitläufen mehrfach und vielfältig. Ab 1930 konnten sich auch Männer zum "Wohlfahrtspfleger", so damals die offzielle Berufsbezeichnung, ausbilden lassen. Die nationalsozialistische Herrschaft verwandelte die Schule in eine gleichgeschaltete, entakademisierte, einzig der NS-Ideologie unterworfene "Volkspflegeschule".
Nach dem zweiten Weltkrieg 1945 musste sich die Schule, von den Schüler*innen meist liebevoll "Sozipä" (die Kurzform von Sozialpädagogisches Institut) genannte Ausbildungsinstitution, neu aufstellen. Es wurde versucht, die NS-Ideologie aus der Ausbildung zu entfernen und an die zwischen 1917 und 1933 institutionalisierten Ausbildungsmaximen anzuknüpfen. Dieser Prozess dauerte viele Jahre und erst 1953 trat eine neue Schulordnung in Kraft, eine neue Prüfungsordnung sogar erst 1961.
1954 wurde das inzwischen zur Fachhochschule gewordene SPI in Erinnerung an seine berühmte Mitbegründerin in "Gertrud-Bäumer-Schule" umbenannt.
Es folgte ein Prozess der Aufwertung der Ausbildung zur Sozialen Arbeit, der 1962 zur Umwidmung der Schule in eine höhere Fachschule und 1970 zur Eingliederung des "Sozipä" als Fachbereich Sozialpädagogik in die Fachhochschule Hamburg führte. Die Absolvent*innen waren ab diesem Zeitpunkt Diplomsozialpädagog*innen und Diplomsozialarbeiter*innen. Die Akademisierung der Profession Soziale Arbeit war, wie es sich die Gründerin gewünscht hatte, erreicht.
Seit 2006 werden an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) Studierende zum Bachelor und Master in Soziale Arbeit ausgebildet. Aktuell (Wintersemester 2020/21) studieren 1994 Menschen am Department.