Teakwondo
Teakwondo
Transkript
Erstellt am 11.08.2026 von Roos Kengen
0:04-0:37
[Intro]
0:38-0:58
[Textnachrichten]
0:58-1:43
[Umgebungsgeräusche]
1:44-2:52
Miyong: Hi!
Shin-Gyu: Ah hallo Miyong! Komm rein.
Miyong: Okay, soll ich mich jetzt auch verbeugen? Und soll ich jetzt "Großmeister" sagen, oder... soll ich die Hand...?
Shin-Gyu: Nein, nein, das passt schon alles.
Miyong: Okay, Danke auf jeden Fall, dass du dir die Zeit genommen hast, ich find's mega geil. Also ich würde voll gerne was lernen, wenn du mir irgendwas beibringen könntest, wär das voll cool.
Shin-Gyu: Was möchtest du denn lernen?
Miyong: Ich weiß nicht, was... weiß ich nicht, so die Anfangssachen oder so, irgendwie tritt man so, oder... ich weiß es nicht, keine Ahnung.
Shin-Gyu: Ja, okay, okay, ich glaube, ich weiß schon, was ich dir zeigen kann. Okay, perfekt, dann zeige ich dir mal heute die Basics. Ja, wenn du das kannst, kannst du eigentlich komplett schon Teakwondo. Also erstmal stellst du dich mal hin, bisschen in die Knie, genau, und dann einfach nur ganz normal die Hände so schwingen, genau, einfach gerade: eins, zwei, drei, vier. Genau, das Gleiche, aber halt mit dem Bein dazu: und eins und zwei, und los geht's, eins, zwei, drei, vier.
2:53-4:21
Miyong: Du hast ja gerade beim Training gesagt schon, dass das auch irgendwie eine Art Selbstverteidigung ist, kannst du das noch mal genau erklären?
Shin-Gyu: Also Taekwondo ist eigentlich eine Kriegskunst, ne, das heißt, die Techniken, die da trainiert wurden, sind halt effektive Angriffs- und Verteidigungstechniken. Das heißt, jeder Block, jeder Schlag ist im Grunde genommen eine Selbstverteidigungstechnik. Kann man nicht an einem Tag lernen, sondern das muss man halt jahrelang üben. Dazu gehört z. B. auch, die Faust abzuhärten, ne, weil wenn die zu schwach ist, dann kann man halt nicht zuschlagen, oder man ist gehemmt zuzuschlagen. Und deshalb, allein dieses Abhärten des Knochens, das dauert halt auch schon ewig, ne. Also wenn du jetzt mal z. B. selber so machen würdest, dann würdest du halt so ein bisschen Hemmung haben, draufzuhauen. Aber wenn man das abgehärtet hat, dann ist es egal, dann kann man halt hier raufhauen, und das ist nicht schlimm, ne.
Miyong: Das tat nicht weh?
Shin-Gyu: Nee. Aber ich mach das jetzt über 30 Jahre, und ja genau, der Grund, weshalb ich damit angefangen habe, ist, weil ich im Kindergarten gehauen wurde. Und da hat meine Mama gesagt: "Nee, das geht so nicht, du musst lernen, dich selber zu verteidigen." Und genau, und so kam es dann halt zum Taekwondo, weil Taekwondo kommt ja aus Korea, und ich bin Koreaner, also kam es sozusagen – stand das zur Auswahl.
4:21-7:05
Shin-Gyu: Eins, zurück, zwei, und wechseln, drei, ja, wechseln, das los, und... genau.
Miyong: Wie würdest du dein Taekwondo so ganz kurz, einfach beschreiben, so in paar Sätzen?
Shin-Gyu: Also, ich hätte vier Wörter erstmal: Gesundheit, Ehrlichkeit, Glück, und am Ende sogar Liebe. Erstmal Gesundheit: die innere Gesundheit. Wenn man das übt, ne, ist der ganze Körper immer schön aktiv, und das hält einen natürlich gesund, aber die mentale Gesundheit – ja, das heißt, dieser Aspekt spielt auch eine Rolle, also Gesundheit im mehrfachen Sinne. Dann Ehrlichkeit: also wenn man ehrlich sein will, muss man auch Mut haben, ist nicht immer einfach, ehrlich zu sein, ne, die Wahrheit zu sagen erfordert auch Mut und Courage. Dadurch lernt man sich selber kennen und weiß, was man alles kann, und durch dieses Selbstbewusstsein, ne, und diese Selbstwahrnehmung, kann man dann auch sozusagen viel ehrlicher zu sich selber sein. Damit muss man anfangen, und auch entsprechend dann ehrlich zu anderen sein. Das führt wiederum auch zu Gesundheit, weil wenn du nicht ehrlich mit dir selber bist, ne, und du unterdrückst ganz viele Sachen und machst das irgendwie nur durch äußere Einflüsse, dann macht dich das wiederum krank. Deshalb ist diese Ehrlichkeit, sich selber gegenüber und anderen gegenüber, sehr wichtig. Und wenn man Gesundheit hat und diese Ehrlichkeit, dann ist das schon mal eine gute Grundlage für Glück, also so ein zufriedenes Leben. Und wenn man mit sich selber zufrieden sein kann, dann fängt man auch an, so das eigene Leben zu lieben, man liebt sich sozusagen selbst, und das ist wiederum eine gute Voraussetzung, dass man auch andere lieben kann. So bin ich zufrieden mit mir, und dann kann ich sozusagen meine Zufriedenheit halt auch übertragen. Also diese vier Sachen, ja.
Miyong: Ja. Dankeschön, dass du dir Zeit genommen hast, auf jeden Fall. Ich würde auf jeden Fall gerne noch mal wiederkommen, würde das gehen, also so für Anfänger und so, weiß ich nicht, so...
Shin-Gyu: Also wir haben ja täglich Training, genau, auch – also wir kennen auch kein Wochenende oder so, weil das ist ja für uns keine Arbeit, sondern das ist für uns – wir machen das gerne, ne, und das tut ja unsere Gesundheit gut, insofern kannst du jederzeit einfach vorbeikommen.
Miyong: Ja, perfekt, dann mach ich das, danke schön auf jeden Fall. – Gut, ich würde noch ein Selfie machen, wenn das in Ordnung wäre.
Shin-Gyu: Okay.
7:05-8:01
[Textnachrichten]
[Outro]