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Kann ich überhaupt was bewirken?

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Die Herausforderung ist so groß - kann ich allein überhaupt was bewirken?

Wenn du noch mal an den Anfang des Moduls zurückschaust, wurde beschrieben, dass nachhaltige Transformation komplex ist. Modelle und Analogien wie Donut und planetaren Grenzen verdeutlichen und erklären anschaulich. Wir sehen daran, wie ernst und schwer und gravierend der Klimanotstand unser alltägliches Leben bedroht.

Und angesichts dieses überwältigenden Szenarios, das viel größer ist als du, lernst du dann vom Intention Behaviour Gap und dass es auch auf dein Verhalten ankommt. Echt? Du druckst doppelseitig und am besten gar nicht mehr und rettest damit die Welt?

In der Wissenschaft wird tatsächlich kritisch diskutiert, inwieweit nachhaltiges Verhalten individualisierbar ist.

Menschen ändern meist erst unter akutem Druck oder Gefahr ihr Verhalten. Das bedeutet in der Folge, das es von ihrem individuellen Gefühl der Dringlichkeit abhängt, ob sie ihr Handeln anpassen oder ändern. Der Klimawandel wird bspw. oft eher als schleichende Bedrohung, denn als akute Gefahr eingeschätzt. (Scherenberg, 2025). Dementsprechend handeln die Menschen nicht, weil sie die Dringlichkeit nicht wahrnehmen. 

SDG 12: Nachhaltiger Konsum

Insbesondere im nachhaltigen Konsum (SDG 12) wird oft der individuelle Faktor betont. Mit ihrer Produktwahl treffen Konsument*innen ja auch eine Entscheidung über Nachfrage und beeinflussen darüber den gesamten Produktion-, Liefer/Transport und Entsorgungsprozess von Waren.

Jedoch gilt nachhaltiger Konsum als nicht individualisierbar (Lecina 297), Einzelne „grüne“ Käufe in reichen Ländern lösen das Problem nicht. Kaum jemand lebt dauerhaft mit echtem Verzicht. Viele Länder brauchen Wachstum – mit mehr Konsum. Angebote wie Bio oder Fairtrade helfen dort als Konsumoption wenig.

Nachhaltiger Konsum betrifft ganze Systeme, Nachhaltigkeit betrifft ganze Systeme.

Darum muss auch Konsum als Teil eines Systems gedacht werden. SDG 12 hängt mit fast allen Zielen zusammen und gerät teils in Konflikt mit Entwicklungs- und Wohlstandszielen. Der Umgang mit steigendem Ressourcenhunger bleibt entscheidend.(Lecina, 2020)