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Was hilft nun?

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Spannungsfelder benennen

Damit wir über Komplexität gut sprechen können, helfen vier einfache Begriffe:

  • Unsicherheit: Es fehlen Informationen. Lösung: nachfragen, recherchieren, messen.
  • Widerspruch: Zwei Aussagen schließen sich aus. Beispiel: „sofort billig“ vs. „dauerhaft fair“. Hier braucht es klare Prioritäten.
  • Paradoxie: Gegensätze gehören beide dazu. Beispiel: Wir brauchen kurzfristig noch „Brücken-Technik“, planen aber gleichzeitig den Ausstieg. Das ist kein Fehler, sondern Teil des Übergangs.
  • Mehrdeutigkeit: Ein und dieselbe Information kann unterschiedlich gedeutet werden. Sämtliche mögliche Deutungen sind sinnvoll und plausibel. Das fühlt sich ungewohnt an, ist aber normal in komplexen Fragen.

Weil Menschen, Gruppen und Organisationen unterschiedliche Ziele und Zeithorizonte haben sowie ihre Expertisen, Erfahrungen und auch ihre Betroffenheit ganz verschieden sind, führt Komplexität von Nachhaltigkeit zu Konflikten oder hemmt die Handlungsfähigkeit.

Manche Interessengruppen achten stark auf Kosten heute, andere auf Folgen für Morgen. Manche sind für schnelle Lösungen, andere für saubere Lösungen. In der Transformation müssen wir diese Spannungen aushandeln. Das ist anstrengend, aber notwendig.

Ambiguitätstoleranz

Hier hilft die Fähigkeit zur Ambiguitätstoleranz. Ambiguitätstoleranz ist die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten, Widersprüche, Unsicherheiten, Paradoxien und unklare Situationen anzunehmen und konstruktiv auszuhalten.

Das heißt: nicht sofort in „richtig/falsch“ zu springen, sondern das Spektrum zwischen den beiden Polen wahrzunehmen und zu respektieren. Erst zuhören, unterscheiden, verstehen und prüfen, dann entscheiden. Auch eine starke Lernkultur, die Fehler als Chance zur Verbessrung und Weiterentwicklung wertschätzt, gehört dazu.

Niemand hat diese Fähigkeiten vollends ausgebildet. Aber wir können sie üben: mit Perspektivwechsel, ehrlichem Dialog und kleinen gemeinsamen Schritten, die nicht perfekt sein müssen und bei Bedarf angepasst werden.

Darüber hinaus gibt es auch mehrere Modelle, die dabei unterstützen, mit komplexen Sachverhalten umzugehen. Diese stellen wir euch im nächsten Kapitel vor.