2.2 Tropischer Wirbelsturm Teil 2
2.2 Tropischer Wirbelsturm Teil 2
Entstehung
Tropische Wirbelstürme benötigen warmes Meerwasser von mindestens 26,5 °C. Durch die starke Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser, woraufhin die warme, feuchte Luft nach oben steigt. Dadurch bildet sich am Boden ein Tiefdruckgebiet, sodass Luft von den Seiten nachfließt. In der Höhe verteilt sich die aufgestiegene Luft wieder nach außen und sinkt ab.
Die Erddrehung versetzt die einströmende Luft in Rotation. Auf der Nordhalbkugel drehen sich tropische Wirbelstürme, genau so wie Tiefdruckgebiete zyklonal (gegen den Uhrzeigersinn). Da diese Kraft (sogenannte Corioliskraft) am Äquator zu schwach ist, bilden sich Wirbelstürme meist erst zwischen dem 5. und 30. Breitengrad.
Der Sturm zieht anschließend mit den vorherrschenden Winden weiter. Die heftigsten Regenfälle entstehen rund um das Zentrum, das sogenannte Auge des Sturms. Sobald der Wirbelsturm das Festland erreicht, verliert er rasch an Kraft, da ihm das warme Meerwasser als Energiequelle fehlt. Dennoch können die Stürme an Land verheerende Schäden anrichten: Orkanartige Winde, meterhohe Sturmfluten an den Küsten und sintflutartige Regenfälle zerstören oft ganze Regionen und deren Infrastruktur.

Querschnitt tropischer Wirbelsturm, Lucia Gröger, CC BY 4.0
Medicane
Ein ähnliches Phänomen ist der Medicane, ein Tiefdrucksystem im Mittelmeer. Es ist aber nur ein tropenstrum-ähnliches Sturmtief, denn es erreicht eine maximale WIndgeschwindigkeit von 120 km/h. Der Begriff setzt sich aus Mediterranean und Hurricane zusammen, da dieser oft hurrikanähnlich durch Spiralbänder und teils wie ein Auge aussieht. Jedoch tritt er im Mittel nur einmal pro Jahr auf, sodass es ein eher seltenes Phänomen ist.

Medicane, NASA, Terra, Aqua and Suomi satellites, wikimedia.org, public domain