1. Das Bildungssystem in Deutschland
1. Das Bildungssystem in Deutschland
2. Zuständigkeiten
Die Rolle der Länder
In Deutschland liegt die Hauptverantwortung für das Bildungswesen bei den Bundesländern. Diese gestalten eigenständig das Schulwesen, die Hochschulen sowie die Erwachsenen- und Weiterbildung auf Grundlage eigener Gesetze. Dadurch entstehen von Land zu Land unterschiedliche Strukturen, Bezeichnungen und Übergänge [1]. Beim Start in die Grundschule zeigen sich regionale Besonderheiten. Einige Länder nutzen zusätzliche Angebote wie Vorklassen oder Schulkindergärten, um den Übergang aus der Kindertagesbetreuung zu erleichtern. Auch die Dauer der Grundschulzeit variiert: Während die meisten Länder vier Jahre vorsehen, dauert sie in Berlin und Brandenburg sechs Jahre. Die Länder legen außerdem fest, wie Schularten heißen und organisiert sind. Deshalb unterscheiden sich Bezeichnungen und Schulformen zwischen den Bundesländern. Das betrifft auch sonderpädagogische Bildungswege: Schulen mit Förderschwerpunkten wie Lernen oder Geistige Entwicklung vergeben eigene, schulspezifische Abschlüsse, die nur in diesen Bildungsgängen erworben werden können. Ein weiterer Bereich mit deutlichen Unterschieden ist die gymnasiale Oberstufe. Die Bedingungen für den Zugang, die Dauer und der Zeitpunkt des Erwerbs der Hochschulreife sind nicht bundesweit einheitlich geregelt. Je nach Land erfolgt die Allgemeine Hochschulreife nach zwölf oder dreizehn Schuljahren, und die Berechtigung zum Eintritt in die Oberstufe wird nach Jahrgangsstufe 9 oder 10 vergeben [2]. Diese Beispiele zeigen dir, wie stark die Länder mit ihren eigenen Regelungen das Bildungssystem prägen – und weshalb das deutsche Bildungssystem zwar gemeinsame Grundstrukturen besitzt, aber regional sehr unterschiedlich ausgestaltet ist.
Die Aufgaben des Bundes
Der Bund übernimmt ergänzende Aufgaben vor allem in Bereichen von überregionaler Bedeutung. Dazu gehören unter anderem die berufliche Aus- und Weiterbildung außerhalb von Schulen, die Hochschulzulassung und -abschlüsse, die Ausbildungsförderung wie das BAföG, die Unterstützung von Forschung und Wissenschaft sowie verschiedene Regelungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Außerdem verantwortet der Bund den Schutz von Teilnehmer*innen am Fernunterricht sowie die Zulassung zu bestimmten Berufen und Maßnahmen zur Arbeitsförderung und Arbeitsmarktforschung [1, 2].Zusammenarbeit von Bund und Ländern
Zusätzlich zu den klar abgesteckten Zuständigkeiten von Bund und Ländern existieren sogenannte Gemeinschaftsaufgaben, bei denen beide Seiten zusammenarbeiten. Dazu gehört die gemeinsame Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie die Bewertung der Leistungsfähigkeit des Bildungssystems im internationalen Vergleich. Ein Beispiel hierfür ist der DigitalPakt Schule, mit dem der Bund finanzielle Unterstützungen bereitstellt, um digitale Bildungsinfrastrukturen in den Ländern auszubauen. Diese Zusammenarbeit wurde durch Änderungen des Grundgesetzes gefestigt, die dem Bund eine finanzielle Unterstützung landeseigener Bildungsinvestitionen ermöglicht [1, 2].
Nachdem du nun weißt, welche Aufgaben Bund und Länder im Bildungssystem übernehmen, schauen wir uns als Nächstes an, wie dieses System aufgebaut ist und welche typischen Bildungswege es umfasst. Bevor wir weitergehen hast du die Möglichkeit, ein paar kurze Verständnisfragen zu beantworten – so kannst du dein Wissen aus diesem Abschnitt in Ruhe überprüfen.
Literaturnachweis
[1] Eurydice. (2025). Aufbau und Steuerung des Bildungssystems in Deutschland. Eurydice. Abgerufen am 12.11.25 von Link zum Dokument.
[2] Bundesministerium für Forschung und Technologie und Raumfahrt. (o.J.). Bund-Länder-Zusammenarbeit. Abgerufen am 24.11.25 von Link zum Dokument.