Ein Klimaparlament, was ist das? Wer parliert und parlamentiert da mit wem, worüber und warum?
Wer entscheidet, wie es weitergeht auf der Erde?
Wir sehen hier – im linken Quadrat – die Verteilung der Lebewesen auf unterschiedliche Reiche: Pflanzen, Pilze, Bakterien und andere Kleinstlebewesen. Die kleine Ecke unten rechts sind die Tiere. Davon machen die Menschen wieder nur einen winzigen Anteil aus – zu sehen rechts unten im rechten Quadrat – nur 0,01 % der Biomasse auf der Erde.
Dennoch bestimmen wir Menschen, wo es für unseren Planeten und alle Lebewesen darauf hingeht. So sehr, dass sogar das aktuelle Erdzeitalter als "Anthropozän", von griech. anthropos = Mensch, bezeichnet wird. Das erscheint uns unfair und angesichts der Situation, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel sowie das Artensterben munter eskalieren (und auch weitere planetare Grenzen überschritten werden), auch unvernünftig.
Das Spiel lädt ein, sich in nicht-menschliche Lebewesen oder auch Dinge hineinzuversetzen, darüber zu lernen, wie sie vom Klimawandel betroffen sind und aus deren Perspektiven zu diskutieren und Lösungsideen für wirklich alle zu entwickeln.
Am besten spielt es sich in einer Gruppe ab 4 Personen (mehr geht immer!). Geeignet ist das Spiel für alle ab 10 Jahren. Auf dem Weg erfindest du noch einen Sound für dein Un:Wesen, improvisierst ein Speedkostüm und schreibst einen Mini-Appell.
Wetten, dass du und deine Mitspieler:innen nachher etwas anders auf die Welt blickt?
Wenn du gleich loslegen wollt, schau im Lernangebot vorbei, dort findest du ein Lernspiel rund um Klimawende und Demokratie für alle auf dem Planeten. Mit einem Klick auf den Button landest du direkt im Lernangebot und kannst in deinem Browser spielen. Dort erfährst du auch, wie es genau funktioniert.
Oder lade dir jetzt den Spielplan, die Anleitung und alle Spielmaterialien zum offline Spielen herunter. Mit einem Klick auf den Button landest du in der Materialsammlung.
„Praktisch sind wir alle Konterrevolutionäre: Wir versuchen, die Folgen einer Revolution zu minimieren, die sich ohne uns, gegen uns und zugleich durch uns vollzogen hat.“
Bruno Latour, Kampf um Gaia
„Jede echte Hoffnung in der Krise wird von unten kommen müssen.“ Naomi Klein, Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima
Für das Klimaparlament sämtlicher Wesen und Unwesen stand der Soziologe Bruno Latour mit seiner Idee eines “Parlaments der Dinge” ebenso Pate wie der zunehmende öffentliche Diskurs über die Frage, ob der Natur nicht einklagbare “Rechte” analog der Menschenrechte zugestanden werden müssten.
Seit 2020 gehen wir den Fragen nach: „Was, wenn unsere Umwelt für sich selbst sprechen könnte, wenn also auch nicht-menschliche Wesen eine Stimme erhielten, um die Politik unseres Planeten mitzubestimmen? Was, wenn alle Wesen, die unser Klima beeinflussen, zu einer Beratung zusammenkämen? Worüber würden wir streiten und debattieren? Und welche konkreten Beschlüsse würden gefasst?“
In mehreren partizipativen Theaterprojekten (Hamburg 2020/2024, Frankfurt/Main 2022, Thessaloniki 2023), Workshops und seit 2025 auch in Form eines Spiels lädt das Klimaparlament dazu ein, mit allen Sinnen zu lernen, die Perspektive zu wechseln und spielerisch komplexe politische Fragen zu adressieren. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, mit dem 1. Innovationspreis Soziokultur zum Thema Nachhaltigkeit 2022, sowie als „Projekt Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet von RENNnord 2021.