Ein
wesentlicher Bestandteil der Kreislaufwirtschaft ist die Wiederverwendung.
Das
Konzept der Wiederverwendung (Reuse) wird folgendermaßen definiert: "Jedes Verfahren, bei dem Erzeugnisse oder Bestandteile, die
keine Abfälle sind, wieder für denselben Zweck verwendet werden, für den sie
ursprünglich bestimmt waren" (Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) vom 24. Februar
2012, § 3 Nr. 21).
Getränkeverpackungen: Mehrweg- oder Einweg?
Ein
Beispiel für Wiederverwendung ist das deutsche Mehrwegsystem für
Getränkeverpackungen.Mehrweg ist ein seit Jahrhunderten bewährtes System für
Getränkeverpackungen. Es funktioniert ganz simpel: Getränke werden in eine
Flasche abgefüllt, transportiert, konsumiert, und die leere Flasche wird zum
Händler zurückgebracht, gereinigt und erneut befüllt. In Deutschland erfolgt
dies meist über Pfandautomaten in Supermärkten oder durch die Rücknahme in
Getränkemärkten.
Es gibt jedoch auch Einwegpfandflaschen, die ebenfalls über
Pfandautomaten zurückgegeben werden.
Doch was passiert nach der Verwendung mit
diesen Flaschen?
Was sind
eigentlich die Unterschiede zwischen Einweg- und Mehrwegpfandflaschen?
Wie könnt ihr die Flaschen
unterscheiden und welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Systeme?
Diesen Fragen könnt ihr mit der Bearbeitung der folgenden Arbeitsblätter
nachgehen.
Unter "Aufgabe" die Gruppenarbeit "Mehrweg vs. Einweg" bearbeiten
Weitere Informationen findest du im Abschnitt "Weitere Informationen"
Deutsches Verpackungsgesetz
(VerpackG) - Gesetzliche Regelungen zum Pfandsystem in Deutschland. Umweltbundesamt (UBA) -
Informationen und Berichte über Einweg- und Mehrwegsysteme in Deutschland. Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG)
- Informationen über das Einwegpfandsystem und die Kennzeichnung von
Pfandflaschen. Umweltbundesamt (UBA) - Reuse (05.06.24) https://sns.uba.de/umthes/en/concepts/_00027688.html Mehrweg für die Umwelt - Mehrwegsysteme(05.06.24)https://www.mehrweg.org/mehrwegsystem/
Einwegpfandflaschen sind Flaschen, die nur einmal benutzt und nach dem Gebrauch in den Recyclingprozess gegeben werden. Sie sind oft aus Plastik oder Aluminium und für eine einmalige Nutzung konzipiert. Nach dem Entleeren werden sie zurückgegeben, das Pfand wird erstattet, und die Flaschen werden recycelt. Einwegpfandflaschen werden nicht gereinigt und wiederbefüllt, sondern in ihre Grundmaterialien zerlegt und wiederverwertet.
Beispiele:
Plastikflaschen für Softdrinks und Mineralwasser
Aluminiumdosen für Bier und andere Getränke
Lebenszyklus einer Einwegflasche von Hanan Rehman (CC BY-SA)
Mehrwegpfandflaschen:
Mehrwegpfandflaschen sind Flaschen, die mehrfach verwendet werden können. Sie werden nach dem Gebrauch zurückgegeben, gereinigt, sterilisiert und wiederbefüllt. Mehrwegflaschen bestehen häufig aus widerstandsfähigeren Materialien wie Glas oder dickwandigem Kunststoff, um mehrere Nutzungszyklen zu überstehen. Der Umweltvorteil von Mehrwegflaschen liegt in der Reduzierung von Abfall und der effizienteren Nutzung von Ressourcen, da sie viele Male wiederverwendet werden können.
Beispiele:
Glasflaschen für Bier, Mineralwasser und Limonade
Dickwandige Kunststoffflaschen für Milch und Saft
Lebenszyklus einer Mehrwegflasche von Hanan Rehman (CC BY-SA)
Umweltvorteile:
Reduzierung von Abfall: Mehrwegverpackungen tragen erheblich zur Reduzierung von Verpackungsabfällen bei, da sie viele Male wiederverwendet werden können, bevor sie entsorgt oder recycelt werden müssen.
Energieeinsparung: Die Herstellung von Mehrwegverpackungen benötigt in der Regel mehr Energie als Einwegverpackungen. Da sie jedoch viele Male verwendet werden können, verringert sich der Energieverbrauch pro Nutzung.
Ressourcenschonung: Durch die Wiederverwendung von Verpackungen wird der Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert, was die Umweltbelastung verringert.
Wirtschaftliche Aspekte:
Kosteneffizienz: Obwohl die Anfangsinvestition in Mehrwegverpackungen höher sein kann, amortisieren sich die Kosten durch die Mehrfachverwendung und die Reduzierung von Entsorgungskosten.
Logistik und Rückverfolgbarkeit: Moderne Mehrwegverpackungssysteme nutzen häufig Technologien wie RFID-Chips oder Barcodes, um den Weg der Verpackungen zu verfolgen und effizient zu managen.
Branchenbeispiele:
Getränkeindustrie: Mehrwegflaschen aus Glas sind in vielen Ländern nach wie vor weit verbreitet. Brauereien und Mineralwasserproduzenten setzen oft auf ein Pfandsystem, um die Rückgabe und Wiederverwendung der Flaschen zu gewährleisten.
Lebensmittelhandel: Supermärkte und Bio-Läden bieten zunehmend Mehrwegbehälter für lose Waren wie Nüsse, Getreide und Gewürze an. Auch Mehrwegnetze für Obst und Gemüse sind auf dem Vormarsch.
E-Commerce und Versandhandel: Einige Unternehmen experimentieren mit Mehrwegverpackungen für den Versand von Produkten, um den Verpackungsmüll zu reduzieren.
Kundenvorteile:
Nachhaltigkeit: Verbraucher, die Mehrwegverpackungen nutzen, tragen aktiv zum Umweltschutz bei und reduzieren ihren ökologischen Fußabdruck.
Gesundheitliche Aspekte: Mehrwegverpackungen, insbesondere aus Glas, sind oft gesundheitlich unbedenklicher als manche Einwegverpackungen, die Weichmacher oder andere schädliche Chemikalien enthalten können.
Regulatorische Maßnahmen:
Politische Unterstützung:Viele Länder und Städte fördern die Nutzung von Mehrwegverpackungen durch gesetzliche Maßnahmen, Anreize und Kampagnen zur Bewusstseinsbildung.
Herausforderungen:
Hygiene und Reinigung: Die Reinigung und Sterilisation von Mehrwegverpackungen sind entscheidend, um die Sicherheit und Qualität der verpackten Produkte zu gewährleisten.
Logistikaufwand:Der Rücktransport und die Lagerung von Mehrwegverpackungen erfordern eine gut organisierte Logistik und Infrastruktur.